Sonntag, 20. April 2008 / 14:27 Uhr
Dortmund - Schwarz-Gelb hat am Pokal-Wochenende das Bild der deutschen Hauptstadt dominiert, über 50 000 Fans des BVB waren ungeachtet der äußerst geringen Siegchance ihrer Mannschaft an die Spree gereist.
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Frust und Lust der Dortmunder Anhänger lagen während der 120 Endspiel-Minuten gegen den späteren Sieger FC Bayern dicht beieinander. Viele der Besucher auf der wiederbelebten Fan- Meile am Brandenburger Tor - die Veranstalter sprachen von 200 000 Feiernden, die Polizei nur von 25 000 - zeigten ihre Sympathien für die Borussia. Aber auch Bayern-Fans standen friedlich an den drei riesigen Bildschirmen. «Die Veranstaltung ist ruhig verlaufen», sagte ein Polizeisprecher.
Am begehrtesten waren in den Stunden vor dem Showdown die Eintrittskarten, deren Wert im Minutentakt stieg. 300 bis 400 Euro wurden schon am Nachmittag für ein Ticket geboten. Offiziell hatten beide Vereine je 20 000 Karten erhalten, doch allein bei Borussia waren 184 000 Bestellungen eingegangen. Auch die Münchner Fans, die nach einem Ticket angefragt hatten, hätten die WM-Endspiel-Arena von 2006 locker allein füllen können. Die «Ersatz-Veranstaltungen» in Berlin und auf dem Dortmunder Friedensplatz gingen friedlich über die Bühne. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) meldete aus Berlin 92 Erste- Hilfe-Einsätze und 16 Transporte von Besuchern der Fan-Meile ins Krankenhaus, es gab jedoch keine schwerwiegenden Folgen. «Die Nacht war sehr ruhig», sagte Christoph Skorka vom DRK.
Nach 19 Jahren Final-Abstinenz durften die BVB-Fans, die in der ganzen Republik zu Hause sind, wieder das «deutsche Wembley» erleben - zumindest beim Public Viewing. 15 000 Fans waren vor einer großen Leinwand vor dem Dortmunder Rathaus dabei. «Es ist für mich als Dortmunder eine Sache der Ehre, die Mannschaft hier zu unterstützen, wenn ich schon nicht nach Berlin konnte», meinte der 21 Jahre alte Lars. So sehr die Stimmung bei kaltem Nieselregen nach dem 1:1- Ausgleich von Mladen Petric in letzter Minute hochgekocht war, so schnell leerte sich der Platz nach dem 2:1-Siegtor von Luca Toni. «Ich will einfach nur weg, nach Hause», sagte ein enttäuschter Fan nach dem Abpfiff.
dpa
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