Montag, 21. April 2008 / 16:44 Uhr
Aue - Nach nur 115 Tagen hat der abstiegsgefährdete Zweitligist FC Erzgebirge Aue die Zusammenarbeit mit Trainer Roland Seitz beendet. «Der Vertrag ist einvernehmlich aufgehoben», erklärte Präsident Leonhardt auf einer Pressekonferenz und präsentierte zugleich Heiko Weber als Nachfolger.
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«Er ist ein Typ, der unsere Sprache spricht», betonte Leonhardt. Der im Harz geborene Weber sammelte als Coach des FC Carl Zeiss Jena reichlich Erfahrung in der 2. Liga und betreute nach seinem Abschied bei den Thüringern seit Mai 2007 die Amateure des FC Energie Cottbus.
Cottbus hatte Weber kurzfristig die Freigabe aus seinem bis 2009 laufenden Vertrag erteilt. Zu seinem Assistenten rückt Rico Schmitt, bislang Trainer des 2. Teams in Aue, auf. «Aue war immer ein Vorbild für mich. Ich musste nicht lange überlegen, ob ich das Angebot annehmen», stellte Weber nach Unterzeichnung des Zweijahresvertrages fest. Er hofft, in den fünf verbleibenden Partien den Abstieg noch abwenden zu können. «Im Fußball ist alles möglich.» Die Lizenz für die 2. Liga hat Aue auflagenfrei erhalten. Mit 8 Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze hält sich der Optimismus beim Traditions- Club jedoch in Grenzen. Webers Vertrag gilt auch für die 3. Liga.
Schon zwei Tage zuvor hatte der Vorstand bei seiner Sitzung die Planungen für die 3. Liga vorangetrieben und war dabei von seiner bisherigen Linie abgerückt, nach der Seitz zumindest bis Saisonende weiterarbeiten sollte. Noch nach dem enttäuschend verlaufenen «Endspiel» gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:0) hatte sich der Vorstand für Seitz ausgesprochen. «Die jetzigen Trainer werden in die Planungen für die 3. Liga eng eingebunden», hatte Leonhardt betont. Und: «Sie haben einen sehr guten Job gemacht.» Seinen Sinneswandel erklärte er am Montag mit dem avisierten Neuanfang: «Als Präsident muss ich alle Verantwortlichen schützen. Eine weitere Demontage von Seitz in der Öffentlichkeit hätte sich auch negativ auf den Verein ausgewirkt, und bei einem Abstieg wäre er zu sehr belastet gewesen.»
Schonzeit hatte Gerd-Schädlich-Nachfolger Seitz nicht erhalten, sondern war rasch in die Kritik geraten. Mit ihm verließ Co-Trainer Mirko Reichel den Verein. Im Nachrichtenradio «MDR Info» sagte Seitz: «Ich hatte vor der Öffentlichkeit keine Chance, habe nur auf die Fresse bekommen. Mich ärgert, dass wir vernünftig gearbeitet haben, aber eben zu wenig Punkte holten.» Es waren nur 10 aus 12 Spielen.
dpa
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