Montag, 21. April 2008 / 12:14 Uhr
Hamburg - Bundesligist HSV hat sich erstmals für die langwierige Suche nach einem Nachfolger für Trainer Huub Stevens gerechtfertigt. Der seit fünf Monaten andauernde Prozess sei laut Sportchef Dietmar Beiersdorfer das Resultat einer besonders «akribischen Findungsphase».
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Im einem Gespräch mit dem «Hamburger Abendblatt» sagte der 44-Jährige: «Wir beanspruchen nicht für uns, dass wir den Trainerfindungsprozess neu erfunden haben. Wir sind das Thema bloß gewissenhaft angegangen.» Der HSV sucht einen Nachfolger für den zum Saisonende scheidenden Huub Stevens, der in seiner Heimat den niederländischen Meister PSV Eindhoven betreuen wird.
Die bislang geführten Gespräche der HSV-Führung mit Fußballlehrern in verschiedenen Ländern sollen einzig den Zweck verfolgt haben, diese näher kennenzulernen. «Ich habe bislang keinen Vertrag gesehen, den wir irgendjemandem vorgelegt hätten», sagte Beiersdorfer.
Die Trainersuche genießt beim HSV höchste Geheimhaltungsstufe. Die in der Öffentlichkeit gehandelten Namen wie Fred Rutten, Jürgen Klopp, Christian Gross, Slaven Bilic, Louis van Gaal oder Gerard Houllier sind vom Verein nie als Trainerkandidaten bestätigt worden. Einige hatten allerdings ihrerseits bekannt, mit dem HSV Gespräche geführt zu haben. Offenbar waren sie davon ausgegangen, jeweils erster Kandidat auf einer Wunschliste zu sein, während der HSV parallel dazu Kontakt zu weiteren Trainern aufnahm, um deren Intentionen und Arbeitsweisen kennenzulernen.
«Ist das ein Vorwurf an den Verein, dass er seinen Trainer kennenlernen möchte? Ist es die Schuld des Vereins, dass er den Menschen, der eine Schlüsselposition besetzen soll, kennen möchte, um überhaupt Aussagen über ihn zu treffen?», fragte Beiersdorfer. Der Sportchef räumte ein, dass auch «der eine oder andere Trainer von unserer Herangehensweise überrascht» gewesen sei. Gleichzeitig bekannte Beiersdorfer aber auch: «Wobei das nicht heißt, dass eine längere Zeit der Findungsphase einen besseren Trainer beschert.»
Derweil berichtete der «Kicker», dass dem HSV ein weiterer Rückschlag bei der Trainersuche drohe. «Ursprünglich bis Monatsende wollte Wunschkandidat Gerard Houllier (60 Jahre) über das Hamburger Angebot entscheiden», berichtete das Fachmagazin. Im privaten Kreis habe der Franzose aber verlauten lassen, er gehe nicht zum HSV.
dpa
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