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Inter vor Meistertitel - Milan bangt um Ronaldinho

Mailand - Mailand ist eine geteilte Stadt - zumindest was den Fußball angeht. Da bejubeln die Inter-Fans nach dem 1:0-Erfolg beim AC Turin bereits den unmittelbar bevorstehenden 16. Titelgewinn ihres Clubs, während die Milan-Anhänger gleich doppelt bangen.

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Es geht um den Champions-League-Einzug und um Ronaldinho: «Wir können ihn nicht bezahlen, er ist zu teuer», bremste Vize-Präsident Adriano Galliani die Vorfreude auf den schon sicher geglaubten Neuzugang.

FC Turin - Inter Mailand

Foto: dpa Bild vergrößern

Julio Cruz (m) von Inter köpft den Ball zwischen den Turinern Pisano (l) und Stallone.

Hintergrund: Der FC Barcelona soll für den brasilianischen Stürmer und den italienischen Abwehrstar Gianlucca Zambrotta zusammen 50 Millionen Euro verlangt haben, die Italiener bieten nur 30 Millionen. Der AC Mailand erklärte daraufhin seinen Verzicht auf den zweimaligen Weltfußballer des Jahres. Ob dies nun endgültig ist, oder ob es sich nur um verhandlungstaktisches Geplänkel handelt, sei dahingestellt.

Viel Grund zur Freude hat Milan derzeit jedenfalls nicht. Trotz des 5:1-Sieges gegen Reggina Calcio bleibt man vier Spieltage vor Ende der Serie A mit vier Zählern Rückstand auf den AC Florenz Tabellenfünfter - und damit außerhalb der Champions League-Zone. Ein Debakel für den Berlusconi-Club, der sich deshalb bemühen muss, Stars wie Gennaro Gattuso nicht zu verlieren. «Gattuso bleibt», widersprach Galliani Meldungen, wonach der Mittelfeldakteur zum FC Bayern München oder nach Spanien wechseln könnte.

Ganz anders die Situation beim Lokalrivalen: Nach dem 1:1 des AS Rom gegen Livorno und Inters 1:0-Sieg hat der Titelverteidiger sechs Punkte plus das bessere Torverhältnis Vorsprung vor seinem einzigen Verfolger. Wenn Inter (78 Punkte) am kommenden Wochenende Cagliari schlägt und Rom (72) gegen den AC Turin verliert, kann Inter bereits am drittletzten Spieltag den dritten Meistertitel in Serie feiern.

Das «Goldene Tor» durch Riccardo Cruz (30. Minute) hat dies möglich gemacht. «Inter kann die Feier schon vorbereiten», titelte der «Corriere dello Sport» am Montag. Auch «La Gazzetta dello Sport» befand: «Inter, der Titel ist dein». Dass das Team von Trainer Roberto Mancini den Titel noch verspielen könnte, scheint in der Tat sehr unwahrscheinlich. Inter hat seine Rückrundenkrise überwunden und verfällt nicht in Selbstgefälligkeit. «Wir haben schlecht gespielt», so Mittelfeldmann Dejan Stankovic nach dem glücklichen 1:0 in Turin.

Inter scheint gefestigt, Verfolger Rom dagegen verunsichert. Das 1:1 gegen Livorno war nicht nur für Trainer Luciano Spalletti eine «totale Enttäuschung». Und dass mit dem am Sonntag wegen eines Kreuzbandrisses am rechten Knie operierten Francesco Totti auch noch der Kapitän und Kopf der Mannschaft für mindestens vier Monate ausfallen wird, ließ die Stimmung in der Hauptstadt weiter sinken.

dpa

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