Meldung

Nach 1:1 bei den «Reds»: Chelsea im Aufwind

London - Im dritten Anlauf will der FC Chelsea endlich den «roten Fluch» besiegen - ein erneutes Scheitern im Champions-League-Halbfinale gegen den Erzrivalen FC Liverpool wäre der absolute Albtraum für Ballack & Co.

anzeige

Das Finale am 21. Mai in Moskau winkt und die Chancen auf eine Reise in die Heimat des russischen Club-Mäzens Roman Abramowitsch stehen nicht schlecht. Nach dem überaus glücklichen 1:1 (0:1) im Hinspiel bei den «Reds» können die «Blues» am 30. April - anders als 2005 und 2007 - einen Trumpf ausspielen: Beim entscheidenden Duell hat die Mannschaft von Trainer Avram Grant an der Stamford Bridge die eigenen Fans im Rücken.

Spielgestalter

Foto: dpa Bild vergrößern

Liverpools Steven Gerrard (l) setzt sich gegen Chelseas Claude Makelele durch.

«Das ist ein gigantischer Schritt», sagte Grant, nachdem seiner Elf beim englischen Halbfinal-Hit in der Königsklasse nach 2005 und 2007 (jeweils 0:1) erstmals ein Auswärtstreffer gelungen war. Liverpool muss nun im Rückspiel mindestens ein Tor erzielen. Das gelang den «Roten» unter ihrem seit 2004 amtierenden Coach Rafael Benitez bei acht Besuchen aber bislang noch nie.

Michael Ballack, der in der Partie viel Defensivarbeit verrichten und fünf Minuten vor Schluss Stürmer Nicolas Anelka weichen musste, warnte aber vor allzu großer Selbstsicherheit. «Der gleiche harte Gang erwartet uns jetzt nächste Woche vor eigenem Publikum. Noch ist nichts entschieden, denn mit Torres und Gerrard kann Liverpool auswärts sehr gefährlich kontern», sagte der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft dem Pay-TV-Sender Premiere. Mit Bayer Leverkusen hatte Ballack 2002 schon einmal im Champions-League-Finale gestanden und damals gegen Real Madrid 1:2 verloren.

Bildergalerie

LeftGallery
RightGallery

Doch an der von Chelsea zur Festung ausgebauten Stamford Bridge wird es schwer für die «Reds». Zuletzt unterlagen die heimstarken Londoner in der Champions League auf eigenem Platz vor über zwei Jahren, am 22. Februar 2006 mit 1:2 gegen den FC Barcelona. Die letzte Heimniederlage in der Premier League liegt gar über vier Jahre zurück. Am 21. Februar 2004 verlor Chelsea gegen den FC Arsenal 1:2.

Unglücksrabe des Abends in Liverpool war der Norweger John Arne Riise, dessen «bizarres» («The Times») Eigentor (90.+5) die freudetrunkenen Fans an der Anfield Road schlagartig verstummen ließ. Dirk Kuyt hatte die Hausherren in der 43. Minute in Führung gebracht. «Norweger machen Londonern ja gern Geschenke», schrieb der «Daily Telegraph» in Anspielung auf den Brauch, dass Londons Trafalgar Square alljährlich zur Adventszeit ein von der norwegischen Regierung gestifteter Weihnachtsbaum schmückt.

Benitez haderte mit dem österreichischen Schiedsrichter Konrad Plautz. «Wir können ihm für das Eigentor keine Schuld geben, aber für die Länge der Nachspielzeit. Es ist einfach unverständlich», monierte Liverpools spanischer Coach enttäuscht. «Wir haben Charakter gezeigt und den Ausgleich verdient», befand dagegen Frank Lampard. Chelseas diesmal eher schwacher Mittelfeldstar dankte Torhüter Petr Cech, der die «Blues» durch mehrere Glanztaten vor einem höheren Rückstand bewahrt hatte: «'Big Petr' ist der beste Torwart der Welt.»

Mit dem 1:1 hat Grant gleichzeitig einen wichtigen Schritt zur Sicherung seines Arbeitsplatzes gemacht. Aus dem als «Mr. Durchschnitt» («Avarage Grant») Verspotteten könnte noch «Avram der Große» werden, sollte er Chelsea-Eigner Abramowitsch den Traum vom Moskauer Finale erfüllen. Der russische Öl-Oligarch war zwar nicht in Anfield, dürfte nach Überzeugung von Grant mit dem Remis zufrieden gewesen sein: «Er wäre happy, selbst wenn das Finale in der Mongolei ausgetragen würde.»

dpa

Diesen Artikel bookmarken bei...
del.icio.us Mister Wong Technorati Google Linkarena Oneview Folkd YiGG

0 Kommentare | Kommentare verstecken

Kommentar schreiben


Bundesliga Live

Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.

Fussball Manager

Fussball Manager - FussballCup

Fussball-Spruch des Tages

Johannes B. Kerner: Die Viererkette ist nur noch ein Perlchen.