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«Barca» schön, aber uneffektiv - 0:0 gegen ManU

Barcelona - Cristiano Ronaldo spielte die mögliche Bedeutung seines Fehlschusses von Elfmeterpunkt mit dem unerschütterlichen Selbstbewusstsein eines Weltstars herunter.

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«Das kann schon mal passieren, dass man einen Strafstoß verschießt. Das ist kein Drama. Dann treffe ich eben im Rückspiel», kündigte der Profi von Manchester United nach dem 0:0 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona großspurig an.

Zweikampf

Foto: dpa Bild vergrößern

Barcelonas Lionel Messi (l) im Zweikampf mit Patrice Evra.

Bereits in der 3. Spielminute bot sich dem Portugiesen vor 95 949 Zuschauern im Stadion Camp Nou nach einem von Gabriel Milito verursachten Handelfmeter die Riesenchance zum 1:0. Doch Ronaldo versagten die Nerven, und durch den kläglich vergebenen, weit neben das Tor geschossenen Elfmeter verpasste «ManU» eine weit bessere Ausgangsposition für das zweite Duell in Old Trafford am 29. April. «Wenn er den Elfer verwandelt hätte, wäre es für uns sehr schwer geworden», gestand «Barca»-Trainer Frank Rijkaard, und fügte hoffnungsvoll an: «Aber so ist noch alles offen.»

Alex Fergusen nahm Ronaldos Versagen nicht ganz so leicht wie sein Schützling. Auf die Frage, ob der Fehlversuch noch richtig wehtun könne, meinte der Schotte: «Ich hoffe nicht. Aber das Spiel fängt nun wieder bei Null an. Ronaldo hatte ein wenig Rücklage. Er ist enttäuscht, aber er hat trotzdem großartig gespielt», sagte der Manchester-Manager. Etwas anders urteilte «The Times» am Donnerstag: «Ronaldo fühlt den Schmerz, während der vergebene Elfmeter Barcelona vom Haken lässt.»

Auf die wie «ManU» in dieser Champions-League-Saison noch ungeschlagenen Katalanen wirkte der Strafstoß wie ein Weckruf. Fortan zog der Schalke-Bezwinger, der wieder auf die beiden Stars Lionel Messi und Deco zurückgreifen konnte, sein weltweit bewundertes Kurzpassspiel auf und setzte die Engländer mächtig unter Druck. Doch wie zuletzt häufig haperte es an der Chancenauswertung.

So bejubelte die spanische Presse zwar die schöne Fußball-Show, kritisierte aber auch die Uneffektivität der Elf. «Barca gibt Anlass zum Träumen. Die Katalanen zeigten ihr bestes Spiel seit zwei Jahren, konnten aber das gegnerische Tor nicht finden», schrieb «El Mundo». Und «Sport» meinte: «Manchester hing in den Seilen, doch Barca landete nicht den K.o.-Schlag.»

Die Briten, die wie Barcelona (1992, 2006) den Landesmeistertitel zweimal (1968, 1999) gewinnen konnten, verließen sich im Stile italienischer Defensiv-Künstler vor allem auf eine starke Abwehr- Leistung. Nun bauen sie auf ihre Heimstärke. «Das 0:0 ist ein gutes Ergebnis für uns», meinte Ronaldo. «Wir haben eine großartige Heimbilanz und eine gute Chance, das Finale zu erreichen.»

In fünf Tagen schlägt nun die Stunde der Wahrheit für die beiden europäischen Spitzenclubs, die vor dem Showdown in Old Trafford die exakt gleiche Bilanz aufweisen: Acht Siege, drei Remis, 18:5 Tore. Gut möglich, dass es mehr als 90 Minuten dauert, bis ein Gegner für einen der anderen Endspiel-Kandidaten FC Chelsea und FC Liverpool (Hinspiel: 1:1) gefunden ist. «ManU»-Coach Fergusen weiß, dass sein Team vor den eigenen Fans die Zurückhaltung aufgeben muss: «Daheim müssen wir das Spiel stärker in die Hand nehmen. Wenn wir verlieren, sind wir draußen. Wenn wir gewinnen, sind wir weiter.»

dpa

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