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Löw und Schneider: Noch vage EM-Hoffnungen

Berlin - Trotz einer Operation an der Halswirbelsäule will Fußball-Nationalspieler Bernd Schneider seine EM-Teilnahme noch nicht endgültig abschreiben - und auch Bundestrainer Joachim Löw hofft auf eine Blitzheilung des Leverkuseners.

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«Man muss jetzt mal die nächsten zwei, drei Tage abwarten, davon hängt viel ab. Danach gibt es eine Untersuchung und man kann mehr sagen», sagte Löw der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte beim 34 Jahre alten Schneider einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert, der einen sofortigen operativen Eingriff in Hannover unausweichlich machte. Schneiders Arbeitgeber Bayer 04 hatte die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes für «frühestens Mitte Juli» angekündigt - demnach würde die Europameisterschaft ohne den Routinier stattfinden.

Ausfall

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Bernd Schneider sitzt bei einem Bundesligaspiel auf der Ersatzbank.

Schneider und Löw wollten sich am Wochenende jedoch noch nicht mit einem Ausfall anfreunden. «Die Operation ist gut verlaufen. Die Genesung kann schneller gehen, als viele denken», erklärte Schneider in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». In der «Bild am Sonntag» ergänzte er: «Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Klar, die Ärzte haben das letzte Wort.» Vielleicht sei ein Bandscheibenvorfall am Halswirbel nicht so schlimm wie einer unten am Rücken. Schneider hatte sich schon die ganze Saison mit verschiedenen Verletzungen und Blessuren geplagt, war nie richtig in Form gekommen. Trotzdem stellte Löw dem Mittelfeldmann wie auch dem langzeitverletzten Christoph Metzelder einen Freifahrtschein zur EM-Endrunde aus.

Die Hoffnungen auf ein überraschend schnelles Comeback des 81-maligen Nationalspielers aber scheinen nur sehr vage. Schwere Bandscheiben-Verletzungen ziehen in der Regel längere Pausen nach sich. Als jüngstes Beispiel kehrte der Bulgare Dimitar Rangelow bei Energie Cottbus zwei Monate nach einer Bandscheiben-OP in den Spielbetrieb zurück. «Die Hoffnung stirbt zuletzt», bemerkte Schneider selbst. Das EM-Aus könnte zugleich seine Auswahl-Karriere nach neun Jahren beenden. Über die erneute Verletzung bei Torsten Frings, der das 3:3 der Bremer in Karlsruhe wegen einer Kapselverletzung im rechten Sprunggelenk verpasste, macht sich Löw keine Sorgen: «Er trainiert nächste Woche wieder.»

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Schneiders Ausfall würde die EM-Chancen besonders von David Odonkor und Tim Borowski, die Löw zu den letzten Länderspielen nicht mehr eingeladen hatte, verbessern. «So denkt man nicht. Es tut mir unheimlich leid für Bernd. Ich werde ihn in den nächsten Tagen mal anrufen», erklärte jedoch Borowski. Unabhängig davon aber will der Bremer mit in die Schweiz und nach Österreich: «Ich arbeite hart für mein Ziel. Es läuft seit vier, fünf Spielen gut für mich und heute war ich an zwei Toren beteiligt.»

Auch Odonkor, Überraschungsspieler bei der WM 2006, lauert nach aufsteigender Form bei Betis Sevilla wieder auf seine Chance. Vor ein paar Wochen hätte sich der «Sprinter» selbst noch nicht qualifiziert. «Aber jetzt würde ich an der Stelle von Jogi Löw sagen: 'Der Odonkor muss mit'», meldete sich der Spanien-Legionär in der «BamS». Der Bundestrainer, der am 16. Mai auf der Zugspitze offiziell seine 23 EM-Fahrer präsentieren wird, hält sich weiter bedeckt: «Wir haben noch keinen Spieler von unserer größeren Liste vollkommen weggestrichen.»

dpa

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