Sonntag, 27. April 2008 / 17:36 Uhr
Frankfurt - Nach dem Punktgewinn bei Eintracht Frankfurt hofft Thomas Doll auf das Ende der Chaos-Tage bei Borussia Dortmund und neue Rückendeckung durch die Vereinsführung. «Der BVB ist ein großer Verein, in dem immer etwas Unruhe herrscht.
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Ich hoffe, dass die nächste Woche normal abläuft. Ich versuche, meinen Job so gut wie möglich zu machen, pünktlich zur Arbeit zu kommen und die Mannschaft ordentlich zu trainieren. Mehr kann ich nicht tun. Schaun' mer mal, wie es weitergeht», sagte der trotz eines bis 2009 laufenden Vertrags umstrittene BVB-Trainer nach dem 1:1 (0:0) in der Main-Metropole.
Der Frankfurter Ioannis Amanatidis (l) kämpft mit dem Dortmunder Florian Kringe um den Ball.
Die deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit stimmte Doll zuversichtlich, dass die Borussia eine verkorkste Bundesliga-Saison noch zu einem versöhnlichen Ende führen und er seinen Posten auch in der kommenden Saison behalten kann. «Der Punkt war wichtig, um wieder in die Spur zu kommen. Man hat gesehen, dass die Jungs gewillt sind, aus der brenzligen Situation herauszukommen und wir nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Das Ergebnis war auch für mich wichtig, denn als Trainer zählen nur Resultate», sagte Doll.
Dessen Wutrede hatte im Team weniger Spuren hinterlassen als angenommen. «Im Training hat man davon nichts gemerkt», sagte Mladen Petric. Doll war wohl zur selben Erkenntnis gelangt. Er versprach: «Das war eine einmalige Aktion.» Kritik gab es von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, früher selbst Trainer beim BVB. «Als Trainer hat man eine gewisse Vorbild-Wirkung. Ich glaube, dass ich das Geschäft mittlerweile ganz gut kenne, aber Thomas hat es noch nicht richtig begriffen», rügte er im Fernsehsender «Premiere».
Schon am Sonntag ruderte Sammer ein Stück weit zurück. «Matthias Sammer hat mich angerufen und sich bei mir entschuldigt, das fand ich klasse», sagte BVB-Trainer Doll. Wie «Sport Bild online» berichtet, hegt der BVB-Coach deshalb keinen Groll mehr: «Er hat gesagt, dass es ihm leid tut. Von meiner Seite bleibt da nichts hängen. Wir werden demnächst ein Bier zusammen trinken, wenn Matthias in Dortmund ist.»
Gegen die seit vier Spielen sieglosen Hessen war der BVB vor 51 500 Zuschauern erst nach dem Rückstand durch einen Kopfball von Benjamin Köhler nur 42 Sekunden nach Wiederanpfiff aufgewacht. «Das Gegentor war gut für uns, denn danach haben wir richtig guten Fußball gespielt», befand Marc-André Kruska, der nur fünf Minuten später den Ausgleich durch Jakub Blaszczykowski vorbereitete. «Die erste Halbzeit war sehr sachlich, in der zweiten Halbzeit kam viel Herz dazu», fasste Sportdirektor Michael Zorc den Auftritt der Schwarz- Gelben zusammen. Er fordert nun im Saison-Endspurt überzeugende Vorstellungen und Siege.
Ob die von Doll erhoffte Ruhe einkehrt, ist allerdings fraglich. «Was mit dem Trainer in den letzten Wochen passiert ist, war nicht so lustig. Aber auch das Bild, das der Verein da abgegeben hat, ist kritikwürdig. Die Medien schreiben schließlich nur, was sie an Informationen bekommen. Es kann nicht sein, dass bei uns jeder sein eigenes Süppchen kocht. Das muss selbstkritisch hinterfragt werden», redete Kapitän Christian Wörns Klartext. Von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gab es dagegen kein klares Bekenntnis zu Doll. Sein lapidarer Kommentar lautete: «Wir führen keine Trainer- Diskussion.»
dpa
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