Montag, 28. April 2008 / 11:10 Uhr
München - Jetzt kann sich der FC Bayern ganz auf das historische Titel-Triple konzentrieren. Nur ganz kurz feierten Fußball-Zauberer Franck Ribéry & Co. mit ihren berauschten Fans nach dem 4:1 gegen den entthronten Champion VfB Stuttgart den praktisch sicheren 21. Meistertitel.
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Danach begann das Münchner Star-Ensemble schon in der Kabine mit der Vorbereitung auf die schwere Aufgabe im UEFA-Pokal. «Wir wollten eigentlich noch spontan eine kleine Feier machen, das haben die Spieler abgelehnt, weil sie sich hundertprozentig auf Donnerstag konzentrieren wollen», berichtete Manager Uli Hoeneß. «Sie haben gesagt: Die Feier können wir danach auch noch machen.»
Gar nicht zum Feiern war den Stuttgartern zumute, denn die Schwaben verspielten wohl nicht nur die letzte Chance auf die Champions-League-Teilnahme, sondern müssen auch um den UEFA-Cup-Rang bangen. «Es wird schwer genug, den fünften Platz zu erreichen», sagte VfB-Trainer Armin Veh: «Wir denken nicht an die Champions League.»
Im UEFA-Cup müssen die Münchner im kommenden Jahr nicht mehr ran, doch zum Abschied möchte der Halbfinalist diesen Wettbewerb und damit das erste Triple im deutschen Fußball gewinnen. «Die Spieler wollen unbedingt ins Endspiel kommen. Die Ausgangsposition ist nicht gut. Aber die Moral der Mannschaft ist total intakt, das kann Berge versetzen», sagte Hoeneß, der die Feierlichkeiten seiner Spieler zur sich abzeichnenden «Fernglas»-Meisterschaft glückselig verfolgte. Um ausgelassener jubeln zu können, muss sein Team aber erst einmal mit der Bürde des 1:1 aus dem Hinspiel die schwere Aufgabe beim russischen Meister Zenit St. Petersburg lösen.
Während St. Petersburg sein Ligaspiel wegen des Halbfinales gegen die Bayern extra verlegt hat, tankten die Münchner durch das 4:1 dank Treffern von Luca Toni (8. Minute), Mark van Bommel (55.) und Franck Ribéry (75./76) beim zwischenzeitlichen Ausgleich von Antonio da Silva (19.) viel Selbstvertrauen. «Das einzige Ziel, das wir jetzt haben, ist in St. Petersburg zu gewinnen», sagte Ribéry, der vor allem mit seinem Zaubertor zum 3:1 die Zuschauer verzückte und auch den Gegner erstaunen ließ.
«Das dritte und vierte Tor von Ribéry - da hatten wir schon leichte Züge von Zirkus Sarrasani», schwärmte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Ottmar Hitzfeld sprach von einem «Geniestreich», und Stuttgarts Nationalstürmer Mario Gomez musste anerkennen: «Man kann dem FC Bayern nur gratulieren, solche Spieler zu haben. Wir haben das heute zu spüren bekommen.»
Die Durchschlagskraft eines Luca Toni und den Esprit eines Franck Ribéry soll nun auch St. Petersburg erleben. Deren Trainer Dick Advocaat machte sich in der Allianz Arena selbst ein Bild vom Gegner und erlebte die nächste Gleichung in der Titel-Mathematik von Ottmar Hitzfeld. Der Bayern-Coach konnte sich den Luxus leisten, auf Leistungsträger wie Ribéry, Zé Roberto, Philipp Lahm oder Oliver Kahn lange oder ganz zu verzichten. «Ich bin froh, dass ich unter anderem Ribéry geschont habe», sagte Hitzfeld.
Eigentlich waren alle Bayern zufrieden, nur der Schwächste meckerte herum. Der bei seiner Auswechslung und während des Spiels mit Pfiffen bedachte Willy Sagnol vermisste Rückendeckung. «Ich war nicht gut drauf, ich brauche einfach noch Spielpraxis», sagte Sagnol und beklagte, dass er im Mittelfeld und nicht auf der rechten Verteidiger-Position zum Einsatz gekommen war.
Gäste-Trainer Armin Veh gratulierte den Münchnern zum 21. Titel und prophezeite der Konkurrenz eine düstere Zukunft. «Dieses Jahr wäre es sicher für den einen oder anderen Verein möglich gewesen, die Bayern zu ärgern. Ich glaube, die nächsten Jahre wird es dann schwerer, weil die Mannschaft dann auch eingespielt ist», sagte Veh, der mit seiner Truppe auf eine schwere Liga-Zielgeraden geht. «Wenn wir am Ende den fünften Platz erreichen, haben wir eine gute Saison gespielt», sagte Veh. Die vier Anwärter für Rang fünf und den UEFA- Cup kommen aus dem punktgleichen Trio Bayer Leverkusen, Hamburger SV und VfB Stuttgart (alle 48 Zähler) sowie dem VfL Wolfsburg (44) auf Position sieben.
dpa
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