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Bayerns «Finale ums Endspiel» in St. Petersburg

München - Pokalsieg und Meisterschaft sind abgehakt - jetzt bündelt der FC Bayern alle Kräfte für den dritten Titel-Streich.

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«Wir fahren nach Russland, um da zu gewinnen. Wir sind total überzeugt von uns», verkündete der von zwei blauen Augen und einem mehrfachen Nasenbeinbruch gezeichnete Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose vor der Abreise nach St. Petersburg. Sieben Jahre nach dem Champions-League-Triumph soll St. Petersburg das Halbfinal- Rückspiel nur eine weitere Etappe der Münchner auf ihrer turbulenten UEFA-Pokal-Reise nach Manchester sein. «Jetzt ist es das ganz große Ziel, auch hier ins Endspiel zu kommen», erklärte Manager Uli Hoeneß.

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Oliver Kahn betritt vor einem Spiel das Stadion.

Am Tag der Arbeit wird der UEFA-Cup-Favorit auf dem schlechten Rasen im Petrowskij-Stadion allerdings schwer schuften müssen, um erstmals seit 2001 wieder in ein europäisches Finale einzuziehen. «Das Spiel wird eine heiße Kiste», prophezeite Franz Beckenbauer. Hoeneß erwartet nach dem 1:1 im Hinspiel eine «schöne Schlacht».

Ottmar Hitzfeld ließ im Training für alle Fälle auch Elfmeterschießen üben. Der Erfolgscoach hat nach dem 4:1-Meisterstück gegen den VfB Stuttgart in der Bundesliga die eigenen Chancen auf «60:40» taxiert. Seine Spieler brennen auf die Kraftprobe mit dem russischen Meister. «Die ganze Mannschaft hat Lust auf das Spiel bei Zenit», sagte der Argentinier Martin Demichelis: «Wir waren im Viertelfinale in Getafe nicht totzukriegen - also, was soll jetzt noch passieren?» Der starke Innenverteidiger hat auch schon konkrete Erwartungen an ein mögliches Endspiel gegen die Glasgow Rangers oder Luca Tonis Ex-Club AC Florenz. «Wenn wir das Halbfinale gewinnen, sind wir nicht mehr zu stoppen - von keiner Mannschaft.»

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«Im Hinspiel haben wir gut gespielt, aber es versäumt, Tore zu schießen», erinnerte Beckenbauer. Genau das soll in St. Petersburg nachgeholt werden - allen voran von Luca Toni. Der im Hinspiel gesperrte Weltmeister, mit zehn Treffern Top-Torjäger im UEFA-Cup, ist Hitzfelds Trumpfkarte in dem bis auf Mittelfeldspieler Hamit Altintop (Mittelfußbruch) komplett verfügbaren Kader. «Luca ist ein Super-Stürmer, der viele Tore schießt. Es ist immer besser, wenn er dabei ist», sagte Mark van Bommel. Der knallharte Niederländer strich aber besonders Klose als Vorbild für die Entschlossenheit des Teams heraus. «Miro hat einen schwierigeren Nasenbeinbruch als ich. Es spricht für ihn und die Mannschaft, dass sie nicht nachlässt.»

Neben einem ausgeruhten Franck Ribéry, den Hitzfeld vor seinen zwei Zauber-Toren gegen Stuttgart 60 Minuten geschont hatte, soll auch Oliver Kahn die Mannschaft ins Finale antreiben. Der Kapitän, der die Partie zum «Endspiel ums Finale» erklärt hat, ist wie auch Abwehrspieler Philipp Lahm wieder voll belastbar. Hitzfeld gab grünes Licht für seinen Einsatz. «Wenn Olli dabei ist, ist das nicht nur gut für uns. Es ist auch schlecht für den Gegner, wenn so einer im Tor steht», sagte van Bommel mit einem Schmunzeln.

Der französische Nationalspieler Willy Sagnol wurde aus dem Kader gestrichen. «Sagnol wird jetzt erst Mal ein bisschen zuschauen. Er geht nicht mit nach St. Petersburg und trainiert hier zweimal», sagte Hitzfeld in einem Interview im vereinseigenen «FCB.tv». Als Hintergrund für die Denkpause werden auf der Bayern-Homepage Sagnols kritische Äußerungen gegenüber Hitzfeld nach dem letzten Spiel genannt.

St. Petersburg ist nach dem 1:1 im Hinspiel im Vorteil, doch Trainer Dick Advocaat plagen Personalsorgen. In der Offensive fällt der Kapitän der russischen Nationalmannschaft, Andrej Arschawin, ebenso gesperrt aus wie hinten die beiden Außenverteidiger Radek Sirl und Fernando Ricksen. «Wir dürfen uns nicht in den Kopf setzen, dass bei Zenit Leute fehlen», warnte allerdings Klose. Auch der schlechte Rasen im Petersburger Stadion soll kein Hindernis für die Bayern-Techniker sein. «Wir haben auch schon auf schlechten Plätzen gute Spiele gemacht», meinte Klose.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Zenit St. Petersburg: Malafejew - Schirokow, Gorschkow, Krizanac, Anjukow - Denisow, Timoschtschuk, Syrijanow - Dominguez, Faysulin - Pogrebnjak

Bayern München: Kahn - Lell, Lucio, Demichelis, Lahm - Schweinsteiger, van Bommel, Zé Roberto, Ribéry - Klose, Toni

Schiedsrichter: Ovrebo (Norwegen)

dpa

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