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«Ronal-Dino» als Auslaufmodell in Barcelona

Barcelona - Da steht er wieder, der gefallene Superstar. Langsam kommt er in Schwung. Er läuft, er trainiert - und er hofft. Doch schon lange jubelt dem zweimaligen Weltfußballer Ronaldinho im Camp Nou niemand mehr zu.

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Selbst bei einem seiner Kabinettstückchen rührt sich im weltberühmten Fußball-Tempel heute keine Hand für den Brasilianer. Die gigantische Arena, sonst von über 90 000 Fans des FC Barcelona in einen Hexenkessel verwandelt, ist gähnend leer: Die «10» trainiert mutterseelenallein, die Kollegen im benachbarten Miniestadi. «Ronal-Dino» als Auslaufmodell - ein trauriges Bild mit Symbolkraft.

Trauriger Abschied?

Foto: dpa Bild vergrößern

Ronaldinho ist derzeit beim FC Barcelona kaum gefragt.

Was wird aus Ronaldo de Assis Moreira, der als Fußball-Künstler namens Ronaldinho die Welt eroberte und mit 28 Jahren (fast) alles erreicht hat? Dem kometenhaften Aufstieg folgt nach der verkorksten WM 2006 der Absturz. Mit dem Stammplatz bei Barca verliert er sein Lachen, eine Formkrise lähmt den begnadeten Kicker, rätselhafte Meldungen über Verletzungen sorgen für Verwirrung. Gerüchte über wilde Partys und durchzechte Nächte machen die Runde. Ist ihm der Ruhm zu Kopf gestiegen? Ist der Weltmeister von 2002 nach zehn Jahren im Profi-Geschäft einfach müde oder etwa schon ausgebrannt?

Seit 52 Tagen hat Ronaldinho für Barca nicht mehr gespielt und für die Fans nicht mehr gezaubert. Er ist raus - da hilft kein Tricksen. Wer hätte gedacht, dass der Latten-Freistoß am 9. März beim 1:2 gegen Villarreal seine bis dato letzte Aktion im blau-roten Trikot ist? Das war in der 90. Minute, Sekunden später war das Spiel aus. Auch für Ronaldinho - und vielleicht für immer. Zum Champions-League-Halbfinale bei Manchester United (Hinspiel 0:0) reiste das Millionen-Ensemble von Trainer Frank Rijkaard ohne den einstigen Mittelfeld-Magier.

Die Jungstars Lionel Messi und Bojan Krkic haben dem Weltfußballer von 2004 und 2005 den Rang abgelaufen, Ronaldinho fällt wegen eines Muskelfaserrisses bis zum Saisonende aus. Längst hat das Pokern um den 80-maligen brasilianischen Nationalspieler begonnen, der FC Barcelona hat erstmals die Ablösesumme konkretisiert. «Ronaldinho ist mehr als 40 Millionen Euro wert. Dabei bleibe ich», sagte Vereinspräsident Joan Laporta in einem Interview der italienischen Zeitung «Gazzetta dello Sport» (Dienstagausgabe). «Wir haben viele Angebote erhalten, auch aus England, aber Milan ist die Mannschaft, die das größte Interesse gezeigt hat», erklärte Laporta.

Die 50 Millionen Euro, die Barcelona ursprünglich für Ronaldinho und den italienischen Abwehrstar Gianlucca Zambrotta im «Paket» verlangt haben soll, waren für den AC Mailand rund 20 Millionen zu viel. Aber selbst wenn der Deal platzt und der gestrauchelte Star wieder auf die Beine kommt - die Ära Ronaldinho neigt sich beim FC Barcelona dem Ende zu. Der Neuaufbau der Mannschaft ist beschlossene Sache. Kapitän Carles Puyol ruft angesichts der Abwanderungsgerüchte zur Ruhe auf und macht sich für seine Nummer 10 stark: «Wenn Ronaldinho nicht auf dem Platz steht, fehlt er uns. Er ist ein sehr wichtiger Spieler für unsere Mannschaft.»

dpa

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