Donnerstag, 1. Mai 2008 / 22:42 Uhr
St. Petersburg/London - Auch ohne eine Teilnahme an der lukrativen Champions League wird der FC Bayern München seine Einnahmen in diesem Jahr erneut steigern und trotz der Rekordausgaben für teure Spieler wie Franck Ribéry schwarze Zahlen schreiben.
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«Die hohen Investitionen haben große Rendite gebracht», berichtete der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge am Rande des UEFA-Pokal- Halbfinalspiels des deutschen Fußball-Rekordmeisters bei Zenit St. Petersburg. «Wir werden einen Umsatzrekord erzielen, wir machen weiter Gewinne, wir sind weiter profitabel», sagte Rummenigge.
In der vergangenen Saison (2006/07) hatte der Bundesliga-Krösus einen Rekordumsatz von 225,8 Millionen Euro erzielt. Der operative Gewinn belief sich auf 53,5 Millionen Euro, nach Steuern wurden 18,9 Millionen Euro ausgewiesen. Die voraussichtlichen Zahlen für das noch laufende Geschäftsjahr 2007/08 nannte Rummenigge nicht.
In der Champions League, die der FC Bayern im Vorjahr als Tabellenvierter der Bundesliga erstmals seit zehn Jahren verpasst hatte, hatten die Münchner in der Spielzeit 2006/07 rund 40 Millionen Euro eingenommen. Als Viertelfinal-Teilnehmer kassierten die Bayern damals 28,732 Millionen Euro an Prämien und aus dem Marktpool von der Europäischen Fußball-Union. Hinzu kamen die Eintrittsgelder aus insgesamt fünf Heimspielen.
Den Ausfall der Champions-League-Einnahmen konnte der designierte deutsche Meister mit seinem hervorragenden Abschneiden im deutlich weniger lukrativen UEFA-Pokal weitgehend kompensieren. Bei einer Finalteilnahme, hätten sie trotz der viel geringeren UEFA- Prämien wohl auch in diesem europäischen Wettbewerb um die 30 Millionen Euro verdienen können.
Entscheidend dafür ist, dass der Verein seine Heimspiele bis einschließlich Achtelfinale selbst vermarkten durfte und damit dem Vernehmen nach sehr erfolgreich war. Mit den Fernsehgeldern und den Zuschauer-Einnahmen aus den insgesamt sieben Heimspielen in der fast immer ausverkauften Allianz Arena dürfte der FC Bayern mehr als 20 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Die Prämien der UEFA fallen beim UEFA-Cup im Vergleich zur Champions League bescheiden aus: Selbst der letztjährige Titelgewinner FC Sevilla kassierte nur 6,251 Millionen Euro.
Nach dem erfolgreichen Abschneiden in dieser Saison hofft Bayern- Manager Uli Hoeneß auf «einige neue Sponsoren». Wie gesund der Club wirtschaftet, belegt auch die neueste Bonitätstabelle der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Dort führt der FC Bayern in Deutschland mit einem Bonitätsindex von 1,38. «Ein Wert von 1,38 ist auch im gesamtwirtschaftlichen Umfeld ein absolutes First-Class- Ergebnis», sagte Creditreform-Vorstand Helmut Rödl der «Süddeutschen Zeitung». Der Club habe «mutig, aber auch kalkuliert» investiert. Das Investment in Spieler wie Luca Toni und Franck Ribéry zahle sich «voll aus», denn deren Marktwerte seien im Vergleich zum vorigen Sommer noch gestiegen.
Auch international steht der FC Bayern gut da. Laut einer vom US- Wirtschaftsmagazin Forbes veröffentlichten Liste ist der deutsche Rekordmeister mit einem Wert von umgerechnet 590 Millionen Euro der fünftwertvollste Club der Welt, im vergangenen Jahr rangierten die Münchener allerdings noch an vierter Stelle. An Champions-League- Finalist Manchester United reichen die Bayern aber nicht heran. ManU liegt mit 1,159 Milliarden Euro erneut an der Spitze dieser Wertung.
dpa
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