Montag, 5. Mai 2008 / 14:43 Uhr
Düsseldorf - Trotz der vorzeitigen 21. deutschen Meisterschaft des FC Bayern München verspricht die Fußball-Bundesliga auf der Zielgeraden jede Menge Spannung. Besonders im Kampf gegen den Abstieg herrscht Dramatik pur.
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Endgültig verabschieden könnte sich am 32. Spieltag «Schlusslicht» Hansa Rostock aus dem Oberhaus, wenn das Spiel bei Hannover 96 verloren geht und die Konkurrenten Arminia Bielefeld und Energie Cottbus gewinnen. Dann wäre auch der 1. FC Nürnberg im Falle einer Niederlage gegen Duisburg abgestiegen.
Auch an der Tabellenspitze sind die Würfel im Gerangel um die Europacup-Plätze nicht gefallen: Werder Bremen und Schalke 04, die zwei Punkte voneinander getrennt die besten Aussichten auf die Champions-League-Teilnahme neben Meister Bayern München haben, sitzen vor den letzten drei Partien der Hamburger SV und der VfB Stuttgart im Nacken. Bayer 04 Leverkusen könnte im Liga-Endspurt noch das Nachsehen haben und nur im UI- statt im UEFA-Cup-Starterfeld landen.
«Totgesagte leben länger», lautet die Parole von Hansa-Verteidiger Marc Stein. Angesichts des Fünf-Punkte-Abstandes zu einem Nicht- Abstiegsplatz als Folge von nur einem Sieg der Rostocker aus elf Partien scheint die sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga programmiert. Außerdem sorgte der auf die Reservebank verbannte Hansa-Routinier René Rydlewicz im «Kicker»-Interview mit seiner Kritik am «Jugendstil» von Chefcoach Frank Pagelsdorf für Zündstoff. «Dieses ganze Gerede vom Ausbildungsverein und Blablabla ist totaler Quatsch», wetterte er. «Man kann nicht gänzlich auf Erfahrung verzichten.»
Wie Rydlewicz verbannte der Trainer auch etablierte Profis wie Christian Rahn und Victor Agali aus der Stammformation und setzte auf junge Spieler. «Mit dem Weg, den man hier geht, wird man auch in der 2. Liga Schwierigkeiten haben», so Rydlewicz.
Dagegen schöpfte der MSV Duisburg durch das 3:2 gegen Leverkusen neue Zuversicht im Kampf um den Klassenerhalt. «Mit drei Punkten beim 1. FC Nürnberg sind wir wieder hundertprozentig mitten im Leben», hofft MSV-Schlussmann Tom Starke vor dem Abstiegs-Endspiel bei den Franken. Zittern muss weiterhin auch Energie Cottbus, das beim Karlsruher SC. «Wir haben noch drei Spiele, den einen Sieg, den man wohl noch braucht, einzufahren», sagte Energie- Manager Steffen Heidrich, der die letzte Niederlage in Bremen als «Normalfall» einstufte. Theoretisch ist auch Borussia Dortmund noch nicht aus dem Schneider, könnte aber mit einem Sieg gegen Stuttgart letzte Zweifel am Klassenerhalt vertreiben.
Der entthronte Meister schielt dagegen nach dem furiosen 4:1 gegen Eintracht Frankfurt ebenso wie der HSV (zuletzt 3:1 in Rostock) wieder in Richtung Champions League. «Jeder hat uns abgeschrieben, aber wir wollen beweisen, dass wir eine starke Mannschaft sind», sagte HSV-Mittelfeldakteur David Jarolim vor der Begegnung gegen Bremen.
Der FC Schalke will die Rivalen von Elbe und Neckar mit einem Erfolgserlebnis im Nachbarschaftsderby beim VfL Bochum auf Distanz halten und nicht wie in der vergangenen Saison - als am Ende der Titel noch verspielt wurde - im Kampf um einen Champions-League-Rang schlapp machen. «Ich glaube schon, dass die Spieler sich daran noch gut erinnern können», sagte Schalkes Interimscoach Mike Büskens und warnte vor den Bochumern: «Der VfL steht im Schatten der großen Nachbarn, da werden sie sich nicht gern in die Suppe spucken lassen.»
Nach der Schlappe an der Wedau müssen die mit drei Punkten Rückstand auf Stuttgart und den HSV auf Tabellenrang sechs liegenden Leverkusener auf Ausrutscher ihrer UEFA-Cup-Rivalen setzen. «Wir sind uns bewusst, dass wir dabei sind, unseren Urlaub zu verspielen», meinte Bayer-Kapitän Simon Rolfes. «So droht der UEFA-Cup.» Enttäuscht zeigte sich Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler über das drohende Entgleiten der sicher geglaubten UEFA-Cup- Teilnahme: «Wir können es noch schaffen. Wenn es uns nicht gelingt, müssen wir in die Verlängerung.»
dpa
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