Dienstag, 6. Mai 2008 / 13:50 Uhr
Düsseldorf - Der Meister Bayern München ist gekürt, weitere Dramatik ist aber im Endspurt der Fußball-Bundesliga garantiert. Auf die Entscheidung im Titelrennen folgen die Endspiele um Europapokal- Teilnahme und gegen den Abstieg.
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Besondere Dramatik herrscht beim zweiten Teil des 32. Spieltages in Nürnberg, wo der «Club» den MSV Duisburg zum Existenz-Duell empfängt. Wer verliert, muss für die 2. Liga planen. «Das ist das absolute Finale für uns, das müssen wir gewinnen», sagte Nürnbergs Trainer Thomas von Heesen. Noch mehr Brisanz als sonst steckt im Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen. Für beide Teams steht die Europacup-Teilnahme und damit Millionen-Einnahmen auf dem Spiel.
Planungssicherheit haben nur die Bayern, die nach einjähriger Abstinenz wieder mit den üppigen Champions-League-Geldern kalkulieren kann. Nach der Meisterfeier steht gegen Arminia Bielefeld scheinbar nur noch der erste Teil des Saison-Auslaufens an, doch der Rekordmeister besinnt sich auf seine Wohltätigkeit. «Bei der Party hat ohnehin kaum jemand getrunken, wir müssen ja noch den ,Club' retten», sagte Bastian Schweinsteiger, der von weiteren Feiern nicht abgelenkt wird. Die offizielle Übergabe der Meisterschale und die anschließende Sause mit den Fans auf dem Marienplatz findet erst am letzten Spieltag am 17. Mai statt.
Mit einem Sieg über Bielefeld würden die Bayern dem «Club» im Rennen um den Klassenverbleib helfen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Sieg der Franken gegen den MSV. Angesichts der Auswärts-Stärke Duisburgs wird dies nicht einfach. Das mit 17 Punkten auf fremden Plätzen mit Abstand beste Team der Abstiegskandidaten reist nach dem 3:2 über Leverkusen selbstbewusst an. «Wir sind wieder dran. Ich habe gesagt, dass wir bis zur letzten Sekunde alles geben», sagte MSV-Trainer Rudi Bommer. Nürnberg droht bereits der siebte Absturz in die Zweitklassigkeit und damit das Prädikat «Rekord-Absteiger».
Beim HSV beherrscht die offenbar bevorstehende Verpflichtung von Martin Jol als Trainer die Schlagzeilen. Dabei ist das Spiel gegen den norddeutschen Rivalen von außerordentlicher Bedeutung. Mit dem ersten Heimsieg seit mehr als fünf Jahren wäre Werder und damit sogar die Champions-League-Plätze wieder in greifbarer Nähe. «Wenn wir Werder schlagen, ist alles offen», sagte HSV-Abwehrspieler Joris Mathijsen. Bedenken hat Werder-Coach Thomas Schaaf trotz des Fehlens von Torsten Frings (Gelbsperre) nicht. «Wir wissen, dass der HSV uns nicht mehr einholen kann, wenn wir gewinnen sollten». Siegt Bremen, wäre der HSV endgültig aus dem Champions-League-Rennen und müsste sogar wieder um dem UEFA-Pokalplatz bangen.
Auch für Verfolger Leverkusen geht es drei Tage nach der Schmach in Duisburg gegen Hertha BSC Berlin um Alles oder Nichts. «Für meine Mannschaft ist es fünf vor zwölf», sagte Bayer-Coach Michael Skibbe. Mit nur vier Punkten aus den vergangenen sieben Spielen zeigt die Leistungskurve der jungen Elf deutlich nach unten. «Wir sind uns bewusst, dass wir dabei sind, unseren Urlaub zu verspielen», sagte Kapitän Simon Rolfes mit Blick auf den UI-Cup, der Bayer nun im Sommer anstatt der Champions League oder UEFA-Pokal «droht».
Dabei könnte Leverkusen selbst den kleinsten Europacup-Wettbewerb im Falle einer Niederlage noch verspielen. Unter anderem der VfL Wolfsburg sitzt den Rheinländern im Nacken. Bei Eintracht Frankfurt kann der VfL die Konkurrenz unter Druck setzen.
dpa
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