Donnerstag, 8. Mai 2008 / 20:19 Uhr
Madrid - Besser hätte die Saison für Real Madrid nicht ausklingen können. Drei Tage nach dem Titelgewinn in der spanischen Fußball-Liga fertigte das Team von Trainer Bernd Schuster den Erzrivalen FC Barcelona mit 4:1 ab und versetzte seine Fans in reine Verzückung.
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Die Katalanen erlebten dagegen eine der schlimmsten Demütigungen ihrer Vereinsgeschichte: Zuerst mussten sie zur Ehrung des frischgebackenen Meisters nach spanischem Brauch Spalier stehen, dann wurden sie von den «Königlichen» regelrecht vorgeführt.
«Barça stand 90 Minuten lang Spalier», spottete die Zeitung «La Vanguardia». Um das Spalier hatte es vor dem «Klassiker» viel Aufregung gegeben. Das in Barcelona erscheinende Fachblatt «Sport» hatte die Barça-Fans aufgerufen, ihre Fernsehgeräte erst fünf Minuten nach dem Anpfiff einzuschalten, damit sie die Demütigung der Blau-Roten nicht miterleben mussten. Aber viel schlimmer als das Spalier war für Barça das, was danach kam.
Zwischen den alten Rivalen tat sich ein Klassenunterschied auf. Real-Kapitän Rául (12. Minute) und Arjen Robben (20.) verwandelten mit ihren frühen Treffern die Partie in eine Fiesta. «Rummelplatz im Bernabéu-Stadion», titelte das Sportblatt «As». Die Gäste gaben jede Gegenwehr auf und waren mit den weiteren Toren von Gonzalo Higuaín (63.) sowie Ruud van Nistelrooy (78./Handelfmeter) noch gut bedient. Thierry Henry (87.) gelang der Ehrentreffer.
Die Madrilenen wirkten in jeder Hinsicht energischer und frischer, obwohl sie gerade erst eine ganze Nacht ihre 31. Meisterschaft gefeiert hatten. «Wir wollten die Saison abrunden und den Fans ein gutes Spiel bieten», sagte Schuster. Sein Gegenüber Frank Rijkaard saß wie ein geprügelter Hund auf seiner Trainerbank. Nicht mal 24 Stunden später zog der Verein die Konsequenzen und entließ Rijkaard zum Saisonende. Sein Nachfolger wird der frühere Barça-Kapitän Josep Guardiola.
Barcelona kann dem FC Villarreal nun die Vizemeisterschaft nicht mehr streitig machen und muss in die Qualifikation für die Champions League. «Sport» ging mit den Blau-Roten hart ins Gericht: «Ihr habt das Trikot entehrt. Viele Spieler verdienen es nicht, auch nur einen Tag länger im Verein zu bleiben.»
Unterdessen tat der FC Valencia einen großen Schritt zum Klassenerhalt. Das Team des deutschen Nationaltorwarts Timo Hildebrand schlug Real Saragossa 1:0 und baute zwei Spieltage vor Saisonende den Abstand zur Abstiegszone auf fünf Punkte aus. Beim Lokalrivalen UD Levante forderten die Spieler mit einer ungewöhnlichen Protestaktion ihre ausstehenden Gehälter. Die gesamte Elf blieb nach dem Anpfiff ihrer Partie bei Deportivo La Coruña regungslos am Mittelkreis stehen. Der Depor-Profi Sergio konnte ungehindert losstürmen, schoss den Ball aber absichtlich neben das leere Tor. Das Publikum nahm die faire Geste mit Beifall auf. Das als Absteiger feststehende Schlusslicht Levante verlor das Spiel 0:1.
dpa
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