Dienstag, 13. Mai 2008 / 17:06 Uhr
Stuttgart - Die Anzeichen für eine Verpflichtung von Nationaltorhüter Jens Lehmann als Nachfolger des ausgemusterten Raphael Schäfer beim VfB Stuttgart verdichten sich, doch der Fußball-Bundesligist mauert.
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«Ich sage dazu nichts», erklärte VfB- Sportdirektor Horst Heldt erneut. Medienberichte, wonach er bereits Kontakt zu Lehmann aufgenommen habe, wollte Heldt nicht bestätigen: «Ich gehe nicht darauf ein, was die eine oder andere Zeitung spekuliert.» Die «Bild» zitierte den bei Arsenal London ausgemusterten Lehmann indes mit den Worten: «Ja, für den Fall, dass ich weiterspiele, kann ich mir das vorstellen. Der VfB ist schließlich ein etablierter Bundesliga-Verein.»
Sicher ist, dass Schäfer bei den Schwaben keine sportliche Zukunft mehr hat. Der zu Saisonbeginn für gut zwei Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg nach Stuttgart gewechselte Torwart macht bereits von seiner Freistellung durch die Vereinsführung Gebrauch. «Er hat sich entschieden, diese Woche nicht mehr mitzutrainieren», sagte Heldt. «Wir haben ihm das selbst überlassen.» Am Tag nach seinem erneuten Patzer beim 0:4 in Wolfsburg hatte Trainer Armin Veh den 29-Jährigen aus dem Kader für das Heimspiel gegen Bielefeld gestrichen und wie schon Anfang Februar durch den 19 Jahre alten Sven Ulreich ersetzt.
Schäfer kann sich trotz seiner Ausmusterung eine Zukunft beim VfB vorstellen. «Ich habe das Angebot des Vereins angenommen, nicht am Trainingsbetrieb bis zum Saisonende teilzunehmen. Ich bin aber dennoch ein Teil der Mannschaft und werde dies auch bleiben», sagte Schäfer der «Welt». Am Saisonabschluss der Mannschaft wolle er teilnehmen, kündigte Schäfer an. «Alles Weitere wird sich ergeben.»
Zum Fall Lehmann wollte Heldt keine Stellung beziehen und ließ damit Raum für Spekulationen. «Ich habe allen gesagt, dass ich mich vor Saisonende nicht mehr zu irgendwelchen Personalien äußere. Wir konzentrieren uns jetzt nur auf das Spiel gegen Bielefeld, alles andere besprechen wir danach.» In übereinstimmenden Zeitungsberichten war am Dienstag bereits von einer ersten telefonischen Anfrage Heldts bei Lehmann die Rede. «Wir haben uns schon öfter unterhalten», meinte Heldt. «Wir kennen uns ja schon länger.»
Das Missverständnis mit Schäfer, dessen gut dotierter Vertrag noch bis 2011 läuft, wollen die Schwaben wohl nur noch mit möglichst geringem Schaden für beide Seiten beenden. «Wir richten unseren Fokus auf Samstag. Alles andere besprechen wir nach Saisonende», betonte Heldt hinsichtlich der Zukunft von Schäfer.
Mit der Ausmusterung fü das Spiel gegen Bielefeld soll Schäfer auch vor dem Unmut der Stuttgarter Anhänger bewahrt werden, die ihn nach der Partie in Wolfsburg einmal mehr gnadenlos ausgepfiffen hatten. «Das ist auch eine menschliche Sache. Es wäre für ihn unter diesen Umständen unzumutbar gewesen, im eigenen Stadion aufzulaufen», erklärte Veh. Schäfers Berater Steffen Schneekloth sagte dem Fachmagazin «Kicker» nach dem Sichten von Internet-Foren Stuttgarter Fans: «Da läuft eine riesige Hetzkampagne gegen Raphael.»
Gegen Bielefeld soll nun Ulreich mithelfen, dass der entthronte Meister sich trotz des aktuell nur siebten Tabellenplatzes noch für den UEFA-Cup qualifiziert. Heldt ist überzeugt, dass der Youngster dem Druck gewachsen ist: «Die Mannschaft wird ihm helfen, und er wird seinen Teil dazu beitragen, dass wir Bielefeld schlagen.»
dpa
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