Mittwoch, 14. Mai 2008 / 14:06 Uhr
Hamburg - So teuer wie Jürgen Klinsmann wird er nicht, aber beim Hamburger SV wird Martin Jol zum teuersten Trainer der Vereinsgeschichte.
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Vier Stunden wurde der Vorstand des HSV von den zwölf Aufsichtsräten in die Mangel genommen, um die sechsmonatige Suche und das Acht-Millionen-Euro-Paket für zwei Jahre zu rechtfertigen. Einschließlich Erfolgsprämien könnte der 52- jährige Niederländer auf ein Jahresgehalt von drei Millionen Euro kommen, dazu bringt er zwei Assistenten mit. Laut «Sport Bild» soll Klinsmann bei Bayern München bis zu acht Millionen einstreichen können. «Ich verspüre immer Erleichterung, wenn etwas Neues, Überzeugendes beginnt», sagte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann nach der abendlichen Marathonsitzung in der Nordbank-Arena, «dieses Gefühl habe ich bei diesem Konzept.»
Auch das zwölfköpfige Gremium war nach langer Diskussion von den Vorstellungen Jols überzeugt und stimmte mit 11:1 für den Wunschkandidaten. «Es war gut, dass es so lange gedauert hat, dass das eine oder andere Missverständnis ausgeräumt wurde», sagte der Aufsichtsrats-Vorsitzende Horst Becker. Und Sportchef Dietmar Beiersdorfer, der noch am Abend den im Spanien-Urlaub weilenden Jol informierte, wirkte nach der langwierigen Suche erleichtert. «Es ist gut, wenn man spürt, dass man Rückendeckung hat. Es ist eine überzeugende Lösung und ein guter Trainer, der am 1. Juli bei uns anfängt», sagte Beiersdorfer, der wegen der 177-tägigen Findungsphase für den Nachfolger von Huub Stevens mehr und mehr kritisiert wurde.
Dass Stevens die Fortsetzung der niederländischen Ära beim HSV begrüßt, war ihm auch nach dem Vormittagstraining nicht gerade anzumerken: «Es ist nicht das, womit ich mich beschäftige. Da mische ich mich nicht ein», sagte er ausweichend. Bisher hat der zum PSV Eindhoven Wechselnde noch kein gutes Wort für Jol übrig gehabt. Bis zum 17. Mai ist Stevens ohnehin damit beschäftigt, das Team des Bundesliga-Fünften gegen den Karlsruher SC auf UEFA-Cup-Erfolgskurs zu bringen, um einen halbwegs guten Abgang nach eineinhalb Jahren zu erleben.
Weil das greifbare Ziel Champions League klar verfehlt wurde, muss Maarten Cornelis Jol, wie er in seinem Pass heißt, mit dem Kader von Stevens arbeiten, es sei denn, Rafael van der Vaart verlässt den Verein im Sommer. Zwar käme dann Geld in die Kasse, die Mannschaft würde aber ihren Ideengeber verlieren. Derzeit ist auch Vincent Kompany (FC Arsenal) ins Visier der Spione gerückt, doch gilt es als unwahrscheinlich, dass der Belgier Hamburg verlässt.
«Ich habe großes Selbstvertrauen. Es ist noch nicht vorgekommen, dass mir das, was ich wollte, nicht gelang», zitiert das «Hamburger Abendblatt» Jol, der unter großem Erfolgsdruck an der Elbe stehen wird. Als Assistenten will er den 42-jährigen Zejlko Petrovic (derzeit Chefcoach in Waalwijk) und seinen Bruder Cornelius Jol mitbringen. «Es ist gut für die Mannschaft und den Verein, dass eine Entscheidung gefallen ist. Jetzt herrscht Klarheit», begrüßte Stürmer Ivica Olic den Schritt.
dpa
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