Mittwoch, 14. Mai 2008 / 11:08 Uhr
Stuttgart - Kahn geht, kommt Lehmann? Der Bundesliga winkt der finale Paukenschlag eines verrückten Torhüter-Jahres. In München tritt Oliver Kahn nach 557 Bundesliga-Einsätzen ab, in Stuttgart wird immer intensiver über eine Rückkehr von Nationaltorwart Jens Lehmann spekuliert.
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Selten war soviel los im deutschen Fußball-Oberhaus im Kampf um die Nummer 1. Standen die Schlussleute wegen ihrer psychologischen Ausnahmesituation bislang oft unter unausgesprochenem Artenschutz, haben zuletzt immer mehr Trainer einen offenen Konkurrenzkampf ausgerufen. Die Konsequenz waren ungewöhnlich viele Torhüter-Rotationen. In Wolfsburg erwischte es im Winter den formschwachen Simon Jentzsch, der zuvor immerhin noch zum erweiterten Kandidaten-Kreis der Nationalelf zählte. Trainer Felix Magath holte Diego Benaglio und strich Jentzsch aus dem Kader, der 32-Jährige kann sich nach fünf Jahren bei den «Wölfen» einen neuen Verein suchen.
Auch andernorts bewahrte langjähriger Nummer-1-Status nicht vor Rotation. In Cottbus konnte Kult-Keeper Tomislav Piplica seinen Platz gegen Gerhard Tremmel nicht halten. Piplica nahm es professionell: «Die Situation ist nicht einfach für mich. Aber wenn die Leute denken, Piplica geht raus und die Probleme verschwinden, dann muss ich das akzeptieren.» In Dortmund zog Marc Ziegler an Roman Weidenfeller vorbei; in Bochum, Nürnberg und Frankfurt wurde die Torwartfrage ebenfalls mehr als einmal diskutiert.
Die Bühne für das wildeste Wechselspiel war aber das Gehäuse des entthronten Meisters. Im Februar verbannte Stuttgarts Trainer Armin Veh den aus Nürnberg geholten Raphael Schäfer für den 19-jährigen Sven Ulreich auf die Bank. Wegen schwerer Fehler wurde der Youngster zehn Spiele später wieder gegen Schäfer getauscht. Nach dessen jüngsten Patzern machte Veh dann sogar die Dreifach-Rotation perfekt und ersetzt den 29-Jährigen für das letzte Saisonspiel gegen Bielefeld einmal mehr durch Ulreich. Die Verpflichtung des 38 Jahre alten Lehmann, der bei Arsenal London selbst gegen Manuel Almunia aus dem Tor rotiert wurde, könnte in der kommenden Spielzeit endlich wieder Ruhe bei den Schwaben einkehren lassen. Zeitungen melden erste Kontakte, VfB-Sportdirektor Horst Heldt hält sich noch bedeckt: «Dazu sage ich nichts.»
Turbulent ging es auch im Bielefelder Kasten zu. Zunächst wurde der verletzte Stammkeeper Mathias Hain von Rowen Fernandez vertreten. Als auch dieser am 24. Spieltag angeschlagen ausgewechselt wurde, kam nach fast zwei Jahren Bundesliga-Abstinenz Dirk Heinen zum Einsatz. Die Arminia hatte den eigentlich schon zurückgetretenen 37-Jährigen im Winter vom Schafe hüten in Irland als Standby-Profi nach Ostwestfalen geholt. Als Hain nach seinem Rippenbruch wieder fit war, blieb er bei Trainer Michael Frontzeck zweite Wahl hinter Fernandez und soll den Verein nach acht Jahren verlassen.
dpa
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