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Führungschaos bei den «Löwen»

München - Beim TSV 1860 München schrillen die Alarmglocken. Das Führungschaos bei den «Löwen» mit der fristlosen Entlassung von Geschäftsführer Stefan Ziffzer als unrühmlichen Höhepunkt kann dem Club der 2. Fußball-Bundesliga die Existenz kosten.

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Aus Sorge um seinen guten Ruf wird Hauptsponsor Trenkwalder sein vertraglich bis 2009 fixiertes und mit geschätzten 740 000 Euro jährlich dotiertes Engagement womöglich vorzeitig beenden. Der drohende Ausstieg des österreichischen Zeitarbeitsunternehmen könnte fatale Folgen für den Traditionsclub haben und sogar den Entzug der Lizenz bedeuten.

Gefeuert

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Stefan Ziffzer ist als Geschäftsführer des TSV 1860 München entlassen worden.

Einen Tag nach dem Rauswurf von Ziffzer, der den Präsidenten Albrecht von Linde nach dem Punktspiel gegen Osnabrück in einer Wutrede hart attackiert hatte, bekamen die «Löwen» die erwarte Quittung für die Peinlichkeiten der vergangenen Tage. In einem Offenen Brief an die Vereinsführung brachte Trenkwalder seine «tiefe Enttäuschung» über die Vorgänge zum Ausdruck und forderte das Präsidium in einem 14 Punkte umfassenden Fragenkatalog auf, bis zum 19. Mai Informationen von «grundsätzlicher Bedeutung» über die finanzielle und personelle Situation zu liefern.

«Sollten die Informationen nicht in entsprechender Form und Umfang erfolgen, so sehen wir keine Basis für langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit miteinander und werden eine vorzeitige Auflösung des Hauptsponsorvertrags nach rechtlicher Prüfung in Erwägung ziehen», formulierte Hermann Mairhofer, Verwaltungsrats-Präsident des Unternehmens, in klaren Worten das Ultimatum an die Sechziger und übte harsche Kritik am 1860-Präsidenten.

Von Linde musste sich vorwerfen lassen, den Sponsor nicht über die Vorgänge im Verein und mögliche Beeinträchtigungen in der Geschäftsführung informiert zu haben. «Unsere Erwartungshaltung an ein professionelles Präsidium ist eine andere», hieß es in dem Schreiben. Ohne eigenes Zutun sei der Hauptsponsor in eine Konfliktsituation geraden, durch die die Gefahr eines Imageschadens gegeben sei, «den wir nicht hinnehmen können. So baut man keinerlei Vertrauen für einen partnerschaftlichen Umgang miteinander auf.»

Ein Ausstieg des Personaldienstleisters (1 Milliarde Euro Umsatz) könnte die Sechziger in höchste Not bringen. Um die von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) geforderte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Saison 2008/2009 sicherzustellen und damit die Auflage im Lizenzierungsverfahren zu erfüllen, muss der Club bis Jahresende ein Eigenkapital von mindestens einer Million Euro beschaffen.

«Es sind Verträge mit Sponsoren da und wir sind mit anderen Investoren im Gespräch. Das Sechzig vor dem Konkurs steht, das kann man vergessen», stellte Vize-Präsident Karsten Wettberg im Deutschen Sportfernsehen (DSF) fest. Der gefeuerte Ziffzer, der mit der Kündigung auch Hausverbot beim TSV 1860 bekam, hielt im DSF dagegen: «Sechzig braucht bis Dezember eine Million Eigenkapital. Nur dann können wir uns das Monatsgehalt eines weiteren Spielers leisten, denn die Planung für die nächste Saison ist Spitz auf Knopf gestrickt.»

dpa

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