Freitag, 16. Mai 2008 / 11:17 Uhr
Rom - Italien hält den Atem an. Vor dem brisanten Fernduell um die italienische Fußballmeisterschaft zwischen Inter Mailand und dem AS Rom befürchten die Behörden am letzten Spieltag Fan-Randale.
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Die Fans beider Titelaspiranten erhielten für die Auswärtsspiele in Parma und Catania Stadionverbot. «Wir kommen trotzdem», kündigten die Inter-Fanclubs eine «friedliche Invasion» im nur 100 Kilometer von Mailand entfernten Parma an. Parmas Bürgermeister Pietro Vignali macht sich «große Sorgen». Sollte Titelverteidiger Inter trotz des einen Punkts Vorsprung vor den Römern seinen 16. Meistertitel noch verspielen, könnte sich der Frust der «Interisti» in Parma entladen.
Würde Inter dagegen mit einem Sieg zum dritten Mal in Serie italienischer Meister, gäbe es auch keine Entwarnung. Dann würde der Drittletzte aus Parma nämlich in die Serie B absteigen und die Polizei müsste die enttäuschten Parma-Anhänger durch die jubelnden Inter-Fans vor dem Stadion hindurch schleusen. Ein Horrorszenario für die Behörden.
Exakt die selbe Situation ergibt sich bei Roms Gastspiel beim Viertletzten der Serie A in Catania. Auch hier spielt Rom um den Titel und Catania gegen den Abstieg. Vor dem Hintergrund der Fan- Krawalle vor gut einem Jahr, bei denen in Sizilien ein Polizist erschlagen worden war, hat das Innenministerium den Rom-Fans deshalb sogar die Anreise nach Catania verboten.
Das sportliche Duell gerät angesichts der befürchteten Fan- Ausschreitungen beinahe in den Hintergrund. Obwohl Inter in den vergangenen Wochen 10 Punkte Vorsprung verspielte, zwei Titel- Matchbälle vergab und seit zwei Spieltagen nicht mehr gewonnen hat, setzt Italiens Nationaltrainer Roberto Donadoni weiter auf die Mailänder: «Inter ist mein Favorit», sagt Donadoni. Der Druck auf Inter ist enorm, weiß Trainer Roberto Mancini, der im Sturm auf den erfahrenen Julio Cruz und den erst 17 Jahre alten Senkrechtstarter der Saison, Mario Balotelli, setzt.
Während Inter zittert, fühlen sich die Römer in der Außenseiterrolle sichtlich wohl. «Natürlich wird Inter Meister», wiederholt der verletzte Francesco Totti immer wieder, um seinem Team den Druck zu nehmen. «Aber wir haben den besten Fußball in Europa gespielt», impfte er seinen Kollegen vor dem Saisonfinale gleichzeitig noch einmal Selbstvertrauen ein. «Wir glauben an unsere Titelchance», sagt auch Roms Trainer Luciano Spalletti. Eine Sensation wäre der «Scudetto» für Rom dennoch, da Inter auch schon bei Punktgleichheit wegen des gewonnenen direkten Vergleichs mit Rom den Titel sicher hätte. 200 000 Euro Titelprämie hat der AS Rom für jeden Spieler in Aussicht gestellt. Die Inter-Stars würden 250 000 Euro kassieren.
dpa
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