Freitag, 16. Mai 2008 / 17:08 Uhr
München - Manager Uli Hoeneß vom FC Bayern München hat den TSV 1860 München in scharfer Form angegriffen und dem Fußball-Nachbarn mit einer Kündigung des Mietverhältnisses in der Allianz Arena gedroht.
anzeige
«Wenn die 'Löwen' sich weiter gegenseitig so zerfleischen, dann werden sie irgendwann in der dritten Liga sein, und dann weiß ich nicht, ob das dann noch der richtige Mieter für unser Stadion ist», sagte Hoeneß im «Münchner Merkur». Indirekt empfahl Hoeneß dem Zweitligisten eine Rückkehr ins Grünwalder Stadion: «Dann müssen wir uns mit dem Gedanken befassen, ob es nicht besser ist, dass Sechzig sich einen eigenen Platz sucht.»
Angesichts der Führungskrise beim TSV 1860 und nach der fristlosen Entlassung von Geschäftsführer Stefan Ziffzer verfolgt Hoeneß die Entwicklung beim Nachbarverein nicht ohne Sorge und empfiehlt ihm eine schnelle Trennung von Präsident Albrecht von Linde: «Der Herr ist völlig unfähig. Jeder Tag ohne von Linde ist ein Gewinn für Sechzig.»
Der «Löwen»-Boss hat inzwischen erste Konsequenzen aus dem Führungschaos und für den Herbst seinen Rücktritt angekündigt. «Ich werde im September als Präsident von 1860 zurücktreten», sagte der 62-Jährige im Lokal-Fernsehsender münchen.tv. «Bis September ist noch lang. Ich glaube, jeden Tag, den der da ist, macht er für Sechzig nur alles kaputt», meinte Hoeneß.
Wer die Nachfolge von Lindes antritt, ist offen. «Entweder finden wir im Zuge einer Rotation einen internen Kandidaten oder es kommt einer von draußen», sagte der 1860-Chef, der seit März vergangenen Jahres im Amt ist. Nach dem Rauswurf von Ziffzer, der den Präsidenten («Er ist eine Schande für den Verein») nach dem Zweitligaspiel gegen den VfL Osnabrück scharf attackiert hatte, war von Linde in Bedrängnis geraten.
Hauptsponsor Trenkwalder, der den Club jährlich mit 740 000 Euro unterstützt, hat dem Präsidium bis zum 19. Mai ein Ultimatum gestellt. Sollte die 1860-Führung bis dahin einen 14 Punkte umfassenden Fragenkatalog nicht zufriedenstellend beantworten, erwägt das Zeitarbeitsunternehmen einen vorzeitigen Ausstieg aus dem bis 2009 laufenden Sponsorenvertrag.
Vom FC Bayern kann 1860 keine Hilfe mehr erwarten. «Von uns gibt es nix mehr. Wir haben jahrelang uns wirklich teilweise den Hintern mit aufgerissen und immer nur Undank gekriegt», sagte Hoeneß. Im April 2006 hatte der Rekordmeister die Sechziger vor der Insolvenz bewahrt, in dem er die Anteile von 1860 an der Stadion-GmbH für elf Millionen Euro erwarb. Am 25. April dieses Jahres erklärte der Zweitligist seinen Verzicht auf den Rückkauf der Anteile, seitdem ist er endgültig nur noch Mieter in der WM-Arena. Der Mietvertrag läuft bis 2025.
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Franz Beckenbauer (über Jean Marie-Papin): Der Schapapapa ist ein begnadeter Fußballer.
Kommentar schreiben