Freitag, 16. Mai 2008 / 13:23 Uhr
Düsseldorf - Trauer, Freude, Nervenkitzel - im letzten Akt des Bundesliga-Schauspiels sind große Gefühle garantiert. Fünf Endspiele um den dritten Abstiegsplatz, den Einzug in den UEFA-Cup und die direkte Qualifikation für die Champions League sorgen für Hochspannung.
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Nach einem eher langweiligen Titelkampf, den Alleinherrscher Bayern München frühzeitig für sich entschied, stehen noch drei Entscheidungen aus. Angesichts dieser Konstellation ist nicht die Übergabe der Meisterschale, sondern vor allem das Fernduell der Rekordabsteiger Arminia Bielefeld und 1. FC Nürnberg von höchstem Interesse. «Jeder weiß, dass es um alles geht und ist deshalb gefordert, an sein Limit zu gehen», sagte Club-Trainer Thomas von Heesen vor dem Spiel des Tabellen-16. gegen Schalke 04.
An Erfahrung im Überlebenskampf mangelt es nicht: Bereits sechs Mal mussten sowohl Nürnberg als auch Bielefeld den schweren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Mit einem Sieg über den Revierclub könnten die Franken den Absturz nur ein Jahr nach dem Pokalsieg noch abwenden. Vorausgesetzt, die durch das schlechtere Torverhältnis gehandicapte, aber zwei Punkte besser platzierte Arminia kommt beim VfB Stuttgart nicht über ein Remis hinaus. Obwohl den Bielefeldern bisher nur am ersten Spieltag ein Auswärtssieg gelang, ist Trainer Michael Frontzeck guter Dinge: «Das Spiel hat finalen Charakter. Ich gehe davon aus, dass wir es schaffen.»
Schwerer könnten die Aufgabe kaum sein. Schließlich haben beide Gegner nichts zu verschenken. Nürnbergs Widersacher aus Gelsenkirchen macht sich noch Hoffnungen auf den zweiten Rang und damit auf die direkte Champions-League-Qualifikation. Und Stuttgart will mit einem Sieg über Bielefeld den Sprung vom siebten Tabellenplatz in die UEFA- Cup-Ränge schaffen. Die knifflige Ausgangslage kann Nürnbergs Trainer von Heesen nicht schrecken. Ähnlich wie Frontzeck geht der ehemalige Bielefelder zuversichtlich in das Herzschlagfinale: «Ich nehme das Wort 'worst case' gar nicht in den Mund. Nürnberg steigt nicht ab.»
Nicht nur der VfB Stuttgart, sondern auch die punktgleichen Clubs aus Wolfsburg, Hamburg und Leverkusen liebäugeln mit einem der verbliebenen zwei UEFA-Cup-Plätze. In diesem Vierkampf sind Bayer und der HSV als Tabellen-4. und -5. wegen des besseren Torverhältnisses in der Pole-Position. «Als unser Pokalfinale - aber mit Heimrecht», bezeichnete Bayer-Sportdirektor Rudi Völler das Duell mit Werder Bremen. Die Hamburger können mit einem Heimsieg über den Karlsruher SC das Minimalziel erreichen. «Es gilt, alle persönlichen Sachen zurückzustellen», forderte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer in einer Ansprache an die Mannschaft.
Der Optimismus der lauernden Teams aus Wolfsburg und Stuttgart auf ein Happy End ist berechtigt. Zu einen können sie auf die Schützenhilfe der Bremer in Leverkusen hoffen. Denn rechtzeitig zum Saisonfinale präsentiert sich Werder in Topform. Sieben Partien ohne Niederlage sorgten beim Tabellen-Zweiten für reichlich Rückenwind. Zum anderen geriet der HSV nach zuletzt neun Partien mit nur einem Sieg mächtig ins Wanken.
Ungeachtet der Tatsache, dass schon ein Unentschieden den Weg zur insgesamt sechsten Champions-League-Teilnahme der Bremer ebnen würde, strebt Werder-Coach Thomas Schaaf in Leverkusen keine taktischen Planspiele an: «Wir glauben an unsere Stärke und werden nicht irgendein bestimmtes Ergebnis anpeilen. Natürlich würde ein Unentschieden reichen, aber das ist nicht unser Anspruch.»
Vierter im Bunde der UEFA-Cup-Aspiranten ist der VfL Wolfsburg. Ein Sieg in Dortmund soll die famose Rückrunde veredeln. Anders als seine Kollegen auf den Trainerbänken in Stuttgart, Leverkusen und Hamburg verspürt Fußball-Lehrer Felix Magath keinen Druck: «Ganz egal, was am Samstag herauskommt, es ist nach wie vor eine tolle Saison gewesen.»
dpa
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