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Bundesliga weiter auf Wachstumskurs

Düsseldorf - Die Fußball-Bundesliga bleibt das Premium-Produkt des deutschen Sports. Dank steigender Zuschauerzahlen und höherer Finanzkraft der Clubs stehen die Zeichen weiter auf Wachstum.

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Selten zuvor standen wirtschaftliche Macht und sportliche Kraft in einem so direkten Verhältnis. Der Alleingang des FC Bayern München auf dem Weg zu seinem 21. Meistertitel dokumentiert diesen Trend. Gleichwohl fehlte es nicht an Spannung: Das unterhaltsame Geschehen zum Saisonfinale mit dem Happy End für Werder Bremen, den Hamburger SV, VfL Wolfsburg und Arminia Bielefeld entschädigte für den eher langweiligen Titelkampf.

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Die Nürnberger Spieler lassen nach dem 0:1-Rückstand die Köpfe hängen.

Der letzte Spieltag der 45. Saison wird als Tag der großen Emotionen in Erinnerung bleiben. Ottmar Hitzfeld, Oliver Kahn, Huub Stevens, Christian Wörns, Carsten Ramelow und Markus Merk führten die lange Liste der prominenten Darsteller an, die Abschied von der Bundesliga-Bühne nahmen. Nicht nur in München flossen Tränen. «Oliver und ich hatten einen märchenhaften Abschied», sagte Bayern-Coach Hitzfeld. Ähnlich rührselig ging es in Hamburg zu. «Das war Gänsehaut pur», bekannte Trainer Stevens, dessen Team sich nach dem 7:0- Kantersieg über Karlsruhe für den UEFA-Cup qualifizierte.

Der scheidende Hitzfeld hinterließ seinem Nachfolger Jürgen Klinsmann eine schwere Hypothek: Denn das mit Rekordaufwand verstärkte Starensemble aus München setzte Maßstäbe. Mit nur 21 Gegentoren sorgte das Team für eine Bestmarke und löste den bisherigen Rekordhalter Werder Bremen ab, der in der Saison 1987/88 nur 22 Treffer kassiert hatte. Was keinem anderen Verein bisher gelang, glückte den Münchnern zum vierten Mal: Vom ersten bis zum letzten Spieltag rangierte das Team auf Rang eins.

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Der tiefe Griff in die Vereinskasse machte sich auch für Wolfsburg bezahlt. Aus dem Vierkampf um die UEFA-Cup-Plätze mit Stuttgart, Leverkusen und Hamburg ging das Team von Felix Magath neben dem HSV als Sieger hervor. Grund zum Feiern gab es zudem in Bremen, Bielefeld und Berlin: Die Norddeutschen qualifizierten sich als Tabellen- Zweiter zum sechsten Mal für die Champions League, die Ostwestfalen entgingen dem Sturz in die Zweitklassigkeit. Und die Hertha schaffte über die Fairplay-Wertung den Sprung in die UEFA-Cup-Qualifikation.

Große Verlierer des Saisonfinales waren die Nürnberger, die Duisburg und Rostock in die 2. Liga folgen. Mit dem siebten Absturz avancierten sie zum alleinigen Rekordabsteiger. Ein Jahr nach seinem Pokaltriumph vollbrachte der «Club» mit dem 0:2 gegen Schalke ein ähnliches Kunststück wie 1969, als er als amtierender Meister abstieg. «Wir müssen ganz schnell demonstrieren, dass wir gewillt sind, sofort wieder aufzusteigen», sagte Sportdirektor Martin Bader.

Auch wenn die Bundesliga in diesem Jahr in der Fünfjahreswertung der UEFA Boden gutmachte, bleibt der Abstand zu den Top-Ligen in England, Spanien und Italien groß. Der Knockout des FC Bayern im UEFA-Cup-Halbfinale gegen St. Petersburg war Wasser auf die Mühlen all jener Kritiker, die der Bundesliga Qualitätsmängel nachsagen. Seit nunmehr sechs Jahren finden die europäischen Endspiele ohne deutsche Beteiligung statt.

Gleichwohl boomt der inländische Markt: Alle 18 Bundesliga-Clubs schrieben in der vorigen Saison schwarze Zahlen. Zudem pilgerten nach Angaben der Vereine in dieser Spielzeit insgesamt 12 075 653 Besucher zu den Partien. Das entspricht einem Durchschnitt von 39 462. Die Marke aus dem Vorjahr, als offiziell 11 518 923 Fans die Stadiontore passierten, wurde damit klar überboten. Anders als in den vergangenen Spielzeiten hielten sich die Vereinsbosse mit Entlassungen von Fußball-Lehrern zurück. Nur Petrik Sander (Energie Cottbus), Ernst Middendorp (Arminia Bielefeld), Hans Meyer (1. FC Nürnberg) und Mirko Slomka (Schalke 04) mussten vorzeitig die Trainerstühle räumen. So wenig Trennungen gab es zuletzt in der Saison 1999/2000.

dpa

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