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Tops & Flops der 45. Bundesliga-Saison

Hamburg - Die Deutsche Presse-Agentur dpa hat die Tops & Flops der 45. Bundesliga-Saison zusammengestellt.

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TOPS:

Zauberer

Foto: dpa Bild vergrößern

Franck Ribéry hat sich die Meisterschale geschnappt.

Der für elf Millionen Euro geholte italienische Weltmeister schlug beim FC Bayern ein wie kein Stürmer vor ihm: 24 Tore in 31 Erstliga-Partien, insgesamt 39 Treffer in 46 Pflichtspielen. Mamma mia! Luca, in Deutschland bereits die Nummer fünf bei den beliebtesten Vornamen, werden in den nächsten Jahren wohl noch mehr kleine Jungs heißen.

Meister bereits am 30. Spieltag mit Rekordvorsprung und zum insgesamt fünften Mal mit dem FC Bayern München. Vom ersten Spiel dieser Saison an Tabellenführer und Pokalsieger. Der «General» und Gentleman geht nun in die Schweiz, hoch erhobenen Hauptes. Zum Abschied überkam ihn die Rührung, er vergoss viele Tränen. «Es kam vieles zusammen: Die Atmosphäre, die Fans, die Musik - es war sehr emotional, Ich habe ja auch ein paar Gefühle», sagte der 59-Jährige.

Felix Magath - Trainer, Manager und Geschäftsführer in Personalunion - verwandelte den VfL Wolfsburg in eine «Ich-AG». Das Geld durfte er mit vollen Händen ausgeben - VW sei Dank. Insgesamt 19 Spieler kamen für etwa 30 Millionen Euro. Geld schießt eben doch Tore: Mit dem Sieg in Dortmund am letzten Spieltag gelang den Niedersachsen der umjubelte Sprung ins europäische Geschäft.

Hacke, Spitze, eins, zwei, drei! Der Spaßfußballer der Liga war kaum zu bremsen und verzückte nicht nur die Fans des FC Bayern mit seinen Dribblings und Toren. A la bonheur!

Bald trägt er ihn auf der Brust. Der Torhüter von Bayer Leverkusen bewies endgültig seine Flugtauglichkeit. Zur Belohnung darf er mit zur Europameisterschaft.

Nach 557 Bundesliga-Spielen geht der einst weltbeste Torhüter. Mit 38 hechtete der Bayern-Keeper erfolgreich durch seine letzte Saison und wurde zum achten Mal Meister. Auch die nur 21 Gegentore der Bayern-Defensive sind Rekord. Das letzte Kapitel seiner Karriere hat Kahn in Buchform aufgeschlagen. Mit einem bezeichnenden Titel: «Ich. Erfolg kommt von innen.»

Die Meisterschale mussten Mario Gomez und der VfB Stuttgart wieder abgeben, aber der Deutsch-Spanier und letztjährige «Fußballer des Jahres» machte seinem Ruf alle Ehre und wird wohl nicht mehr lange im Schwabenland zu halten sein: Wegen Verletzungen kam der 22- Jährige nur auf 25 Spiele, schoss dabei aber 19 Treffer.

Im Vorjahr schaffte Petrik Sander mit dem Klassenverbleib für Cottbus eine Energie-Leistung, nun sein Nachfolger Bojan Prasnikar. Motto: Minimaler finanzieller Aufwand, maximaler Erfolg. Als die Lausitzer im Tabellenkeller steckten, wollte den Job kein etablierter Trainer. Da kam der Slowene, der sagt: «Wenn ich das langsamere Auto habe, muss ich in einem Rennen taktisch fahren.»

Der Karlsruher SC schnupperte nach einer furiosen Hinrunde sogar am UEFA-Cup, fiel beim Schaulaufen zum Saisonende aber noch auf den elften Platz zurück, kassierte gar eine 0:7-Klatsche beim Saison-Kehraus in Hamburg. Dennoch: Nach schlimmen Jahren mit Abstieg bis in die Regionalliga und an der Grenze zur Zahlungsunfähigkeit lacht über Baden wieder die Sonne - auch dank des bodenständigen Trainers Edmund Becker, den alle nur «Ede» nennen.

FLOPS:

Mohamed Zidan (Hamburger SV/5 Millionen Euro Ablöse), Angelos Charisteas (Nürnberg/2,5) Ciprian Marica (VfB Stuttgart/8), José Ernesto Sosa (FC Bayern München/9), Carlos Grossmüller (Schalke 04/3,5) waren Transferflops - und vor allem Carlos Alberto (Bremen/8). Der Brasilianer leistete sich zudem Handgreiflichkeiten und sorgte sogar für Ärger, als er längst an den FC Sao Paulo ausgeliehen war: Suspendierung nach einer Schlägerei.

Randale mit Spielunterbrechung bei Frankfurt - Nürnberg, ein schwer verletzter Ordner in Bielefeld, verletzte Polizisten, Leuchtraketen, Sachbeschädigungen, Prügeleien und Festnahmen. Die Liga kam nicht zur Ruhe und ist bei so viel sozialem Zündstoff meist hilflos. Sogar beim Benefizspiel «Gib Gas gegen Gewalt» zwischen dem 1. FC Magdeburg und Schalke 04 gab es Krawalle.

Kein Glück mit seinen Brasilianern - Andre Lima als Bankdrücker, Lucio mit Kreuzbandriss, Mineiro als graue Maus - und kein Esprit auf dem Platz. Die stets hoch ambitionierte Hertha aus Berlin gehörte wieder einmal zu den größten Enttäuschungen. Auch weil Dieter eben nicht der Uli Hoeneß ist.

Der schwer erkrankte Ivan Klasnic von Werder Bremen brauchte das Spenderorgan seines Vaters, um weiterzuleben. Als weltweit erster Profi kehrte er mit diesem Handicap zurück auf den Rasen. Dass es bei einem Fußballer soweit kommen konnte, haben viele nicht verstanden. Erst recht Klasnic selbst: Der Stürmer verklagte zwei Mannschaftsärzte.

Thomas Doll vertrug keine Kritik an den teilweise lausigen Leistungen von Borussia Dortmund und leistete sich einen emotionalen Ausbruch. Aber die «Da-lach-ich-mir-doch-den-Arsch-ab»-Rede hatte nicht die Klasse von Giovanni Trapattonis «Flasche leer». Der Schuss ginge nach hinten los - der BVB enttäuschte trotz Pokalfinale.

Vor einem Jahr als Pokalsieger gefeiert, nun zurück in der 2. Liga. Und dies mit einem Kader, der Bundesliga-Ansprüchen eigentlich voll genügen müsste. Auch Thomas von Heesen konnte den «Club» nicht mehr retten. Im Fernduell mit seinem Ex-Verein Arminia Bielefeld zog von Heesen mit den Franken am Ende den Kürzeren. Nach dem siebten Absturz ist der «Club» nun sogar Rekordabsteiger.

Als stolzer Pokalsieger und Nationalelf-Anwärter gekommen, als Tor im Tor die Saison beendet. Rein, raus, rein und endgültig raus hieß es für den Ex-Nürnberger beim VfB Stuttgart. Nach zahlreichen Patzern sprach Coach Armin Veh von einem «tragischen» Fall: Schäfer wurde zuletzt sogar freigestellt. Sein Zukunft steht in den Sternen, obwohl sein Vertrag noch drei Jahre läuft.

dpa

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