Fussball2. Bundesliga → Meldung

Mäzene wie Hopp: Fußball als Milliardärs-Hobby

Stuttgart - Für Dietmar Hopp war es wie ein doppelter Aufstieg. Sportlich hat 1899 Hoffenheim den Sprung in die Bundesliga geschafft, persönlich hat der milliardenschwere Mäzen einen kleinen Schritt in Richtung der bekanntesten europäischen Fußball-Finanziers gemacht.

anzeige

Wer vom FC Chelsea spricht, redet vor allem von Roman Abramowitsch. In Italien und auch über die Grenzen des Landes hinaus steht Silvio Berlusconi für den AC Mailand. Und auch beim Bundesliga-Neuling aus der nordbadischen Provinz gilt in der Öffentlichkeit vor allem der Geldgeber als Garant des Erfolgs.

Erfolgsmensch

Foto: dpa Bild vergrößern

Dietmar Hopp sitzt inmitten der Hoffenheimer Spieler.

In Deutschland ist ein Abhängigkeitsverhältnis wie das von Hoffenheim zu Hopp noch die Ausnahme, in anderen europäischen Ligen lebt eine Vielzahl von Topclubs vor allem von den Millionen aus einer Geldquelle. In Deutschland ist dies aufgrund der umstrittenen «50+1- Regel» (noch) nicht möglich. Diese Regel soll Investoren daran hindern, die Mehrheit an einem Bundesligaclub zu übernehmen. Auch Hopp darf laut den Statuten der Deutschen Fußball Liga (DFL) nur 49 Prozent der Anteile an Hoffenheim halten - sein Beitrag an dem rasanten Aufstieg des Clubs ist allerdings wesentlich höher.

Die englische Premier League dagegen entwickelt sich seit Jahren zum teuren Tummelplatz für Milliardäre. In Chelsea, Manchester United und dem FC Liverpool gehören drei der vier Champions-League- Halbfinalisten privaten Investoren, die mit ihrem Geld über Wohl und Wehe der Vereine entscheiden. Chelsea mischt seit Jahren mit Abramowitschs Millionen an der europäischen Spitze mit, Meister ManU gehört dem US-Investor Malcolm Glazer, und Liverpool gönnte sich das US-Milliardärsduo George Gillet und Tom Hicks für 710 Millionen. Der ehemalige thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra hat sich den ManU-Stadtrivalen Manchester City zugelegt.

In Italien sind die Profi-Vereine fast flächendeckend Aktiengesellschaften, an denen Privatpersonen die Mehrheit halten. Ministerpräsident und Medien-Unternehmer Silvio Berlusconi lenkt die Geschicke beim AC Mailand, die Fiat-Dynastie Agnelli bei Juventus Turin. Der neue italienische Meister Inter Mailand gehört dem Großindustriellen Massimo Moratti, «Kino-König» Aurelio De Laurentiis finanzierte dem in der Versenkung der dritten Liga verschwundenen SSC Neapel den Wiederaufstieg in die Serie A. Beim AC Parma zog sich vor einigen Jahren die Familie Tanci nach dem Zusammenbruch ihres Lebensmittelkonzerns Parmalat zurück. Mit einem 0:2 gegen Inter stieg Parma am Sonntag in die zweite italienische Liga ab. In Österreich verleiht Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz dem Salzburger Erstligisten mit seinen Millionenspritzen Flügel.

Hopp ist mit Hoffenheim dennoch ein besonderer Fall in dieser illustren Runde. Schließlich hat der 68-Jährige sich keinen fertigen Verein gekauft, sondern diesen praktisch aus dem Nichts aufgebaut. «Als wir hier angefangen haben vor zwei Jahren, hatten wir gute Rahmenbedingungen, aber es war nichts da», sagt Trainer Ralf Rangnick. «Irgendwelche Schlaumeier, die Vergleiche mit Red Bull Salzburg oder mit Chelsea anführen, die haben es einfach nicht geschnallt, dass wir in der dritten Liga angefangen haben.»

dpa

Diesen Artikel bookmarken bei...
del.icio.us Mister Wong Technorati Google Linkarena Oneview Folkd YiGG

0 Kommentare | Kommentare verstecken

Kommentar schreiben


Bundesliga Live

Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.

Fussball Manager

Fussball Manager - FussballCup

Fussball-Spruch des Tages

Lothar Matthäus: Ein Lothar Matthäus lässt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal.