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Zerrüttet: Doll und Dortmund gehen getrennte Wege

Dortmund - Die seit Monaten zerrüttete Ehe zwischen Borussia Dortmund und Thomas Doll ist endgültig geschieden. Nur zwei Tage nach dem 2:4 im letzten Saisonspiel gegen den VfL Wolfsburg ging die seit 14 Monaten währende Zusammenarbeit zu Ende.

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Wie der BVB mitteilte, nahm die Vereinsführung das Rücktrittsangebot des zuletzt umstrittenen Fußball-Lehrers an. «Von seiner Arbeit bleibt, dass Thomas Doll dem BVB im letzten Jahr souverän den Klassenerhalt gesichert hat und dass er durch das Erreichen des DFB-Pokalfinales dem Club für die kommende Saison die Teilnahme am UEFA-Cup ermöglicht hat», wird Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einer BVB- Pressemitteilung zitiert. Als aussichtsreicher Nachfolge- Kandidat wird Jürgen Klopp gehandelt.

Vorbei

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Thomas Doll kann in Dortmund seine Sachen packen.

Ganz freiwillig dürfte der Rückzug von Doll nicht zustande gekommen sein - auch wenn Watzke davon nichts wissen wollte. «Es war keine goldene Brücke», sagte er der Online-Ausgabe der «Ruhr Nachrichten». Nähere Angaben über den Verlauf der Krisensitzung wollte der Geschäftsführer aber nicht machen: «Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir über die Inhalte des Gesprächs nichts sagen werden.»

Mit finsterer Miene verließ der Coach am frühen Nachmittag die Geschäftsstelle des Traditionsclubs. Offenbar war es ihm in den Stunden zuvor im Rahmen der Saisonanalyse im Beisein von Watzke und BVB-Sportdirektor Michael Zorc nicht gelungen, die Kritik an seiner Arbeit zu entkräften. Ungeachtet des erst im Januar bis 2010 verlängerten Vertrages zogen beide Parteien einen Schlussstrich. Dem Vernehmen nach soll Doll bereits bei den Verhandlungen zu Beginn des Jahres eine Abfindung in Höhe von 500 000 Euro im Falle einer vorzeitigen Trennung zugesichert worden sein.

Vor allem die chronische Abwehrschwäche seiner Mannschaft, die mit 62 Gegentoren zur Schießbude der Liga avanciert war, sowie die steten Konzept- und Personalwechsel wurden Doll zum Verhängnis. Ähnliche Vorwürfe hatte es schon bei seiner Entlassung beim Hamburger SV im Februar 2007 gegeben. «Es war eine sehr schwierige Saison, die von der Bundesliga-Platzierung her nicht zufriedenstellend verlaufen ist», hatte Watzke nach dem letzten Saisonspiel geklagt und damit weitere Spekulationen um eine bevorstehende Trennung geschürt.

Zudem sprach die schlechteste Platzierung der Borussia seit 20 Jahren (Rang 13) gegen eine weitere Zusammenarbeit. Selbst der Einzug in das Pokalfinale ließ die Kritik an Dolls Arbeit nicht verstummen. Auch Dolls letzter Versuch, seine Stellung mit einer vielbeachteten Wutrede («Da lache ich mir den Arsch ab») zu stärken, verpuffte vor vier Wochen wirkungslos.

Doll ist nach Petrik Sander (Energie Cottbus), Ernst Middendorp (Arminia Bielefeld), Hans Meyer (1. FC Nürnberg) und Mirko Slomka (Schalke 04) der fünfte Trainer, der in dieser Saison seinen Trainerstuhl räumen musste. Die besten Aussichten, Dolls Nachfolge anzutreten, werden Jürgen Klopp eingeräumt. Der 40 Jahre alte Coach hatte nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg seiner Mannschaft tränenreich Abschied von seinem Stammverein FSV Mainz genommen, für den er seit 18 Jahren als Spieler und Trainer tätig war.

Auf die vielen Nachfragen nach seiner sportlichen Zukunft antwortete Klopp ausweichend: «Ich habe keine Ahnung, was passiert. Alles ist möglich, auch eine Pause.» Die Borussia will möglichst schnell einen Nachfolger präsentieren. «Es wäre schön, wenn wir noch in dieser Woche eine Entscheidung bekämen», hieß es.

dpa

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