Dienstag, 20. Mai 2008 / 10:15 Uhr
Sinsheim - Die Mannschaft verabschiedete sich nach der Aufstiegsfeier zu einem Kurztrip nach Ibiza, Trainer Ralf Rangnick macht Urlaub mit der Familie in Südtirol, nur Manager Jan Schindelmeiser gönnt sich keine Pause: Für ihn hat das Abenteuer Bundesliga schon begonnen.
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Die Planungen für die erste Saison von 1899 Hoffenheim in der höchsten deutschen Fußball-Spielklasse laufen. Doch anders als im Vorjahr, als Transfer-Ausgaben in Höhe von 20 Millionen Euro für Schlagzeilen sorgten, soll es in diesem Sommer keine großen Veränderungen geben. Der 44-Jährige spricht von «zwei bis drei, höchstens vier Neuzugängen».
Bevorzugt werden junge deutsche Spieler gesucht. «Die wollten wir auch schon vor dieser Saison haben. Die Chancen sie zu bekommen, sind durch den Aufstieg gestiegen», sagt der Manager. In der Unerfahrenheit der ohnehin sehr jungen Mannschaft sieht er keinen Nachteil: «Das wird durch Unbefangenheit und größere Fitness ausgeglichen. Junge Spieler sind lernbereiter und erfolgshungriger.»
Mit Denis Bindnagel, der zum benachbarten Regionalligisten SV Sandhausen wechselt, und Michael Rundio stehen bisher erst zwei Abgänge fest. Beide zählten nicht zur Stammformation. Matthias Keller, Kai Hesse und Radek Spilacek werden möglicherweise die in der Oberliga spielende zweite Mannschaft verstärken.
Der Klassenerhalt ist das Ziel des Neulings, attraktiver Fußball weiterhin der Anspruch. «Nur damit haben wir eine Chance, unser neues Stadion in Sinsheim zu füllen», sagt Schindelmeiser. Der Manager kann sich vorstellen, dass 1899 Hoffenheim auch für bisherige Anhänger des Karlsruher SC und des VfB Stuttgart interessant wird. «Viele werden aus Neugier kommen. Die günstige Verkehrsanbindung direkt an der Autobahn ist sicherlich ein Vorteil.» Da das 30 000 Zuschauer fassende Stadion in Sinsheim, das möglicherweise Rhein-Neckar-Arena heißen wird, aber erst im Januar 2009 fertig wird, muss der Neuling die Bundesliga-Hinrunde im Mannheimer Car-Benz-Stadion austragen.
Schindelmeiser glaubt, dass der Verein aus dem 3300 Einwohner zählenden Vorort von Sinsheim ein «exotischer Farbtupfer in der Bundesliga-Landschaft» sein wird. «Eine Begegnung FC Bayern München gegen 1899 Hoffenheim hat Charme», sagt der Manager und fügt schmunzelnd hinzu: «Vor allem wenn ich das Ergebnis vor meinem inneren Auge vorbeiziehen lasse.»
Auch die großen Bayern scheinen sich auf das Duell mit dem Verein aus dem kleinsten Ort, der bislang in der Bundesliga angetreten ist, zu freuen: Präsident Franz Beckenbauer und der künftige Bayern- Trainer Jürgen Klinsmann zählten neben DFB-Präsident Theo Zwanziger zu den zahlreichen Anrufern, die Mäzen Dietmar Hopp nach dem entscheidenden 5:0 gegen SpVgg Greuther Fürth am Sonntag zum Aufstieg gratulierten.
dpa
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