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In Unterschiedlichkeit vereint: Sir Alex und Grant

Moskau - Endspiel-Optimismus verbreiten beide: Der eine als überzeugender Meistermacher, der andere als belächelter Trauerredner. Sir Alex Ferguson und Avram Grant sind in ihrer Unterschiedlichkeit vereint.

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Der Trainer-Dino von Manchester United und der unscheinbare Verlegenheitscoach des FC Chelsea wollen ihre Arbeitgeber im Champions-League-Finale ans Ziel führen. «Wir reisen beschwingt, mit der Euphorie des Titels nach Moskau. Chelsea ist eine erfahrene Mannschaft, aber wir haben eine Sieger-Mentalität in großen Spielen, und das wird uns helfen», meinte Ferguson vor dem Fußball-Fest im Moskauer Luschniki-Stadion.

Tariner

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Avram Grant bei einer Champions League-Pressekonferenz.

«Fergie» hat nach dem Gewinn seiner zehnten englischen Meisterschaft in den vergangenen 16 Jahren leicht reden. Zum Sir geadelt nach dem Champions-League-Triumph seiner «Red Devils» 1999 gegen den FC Bayern, ist er mit 28 Titeln einer der erfolgreichsten Trainer der Welt. An Silvester wird er 67. Ein Rücktritt ist vorerst ausgeschlossen, «sonst jagt mich meine Frau jeden Morgen um sieben aus dem Haus», sagte er, «und vor ihr habe ich jede Menge Respekt.»

Ferguson hat Humor. Der Schotte ist ein Kauz, mal ein Tyrann und noch immer ein positiv Verrückter, der früher sogar wissen wollte, wenn die Toiletten im Vereinsheim nicht funktionieren. Inzwischen wird ihm eine gewisse Altersmilde nachgesagt.

Spöttische Kolumnisten in englischen Zeitungen sagen, Fergusons Beziehung zu seinem heiß geliebten Kaugummi sei aufregender als Grants vermeintlich emotionslose Ansprachen vor wichtigen Spielen. Am 8. Juli 2007 als Fußball-Direktor Chelseas eingestellt, wurde er Nachfolger Jose Mourinhos - berufen nur wegen seiner Freundschaft zu Club-Besitzer Roman Abramowitsch. Damals war Chelsea Tabellenfünfter. Am Ende der Saison hätten die «Blues» «ManU» beinahe noch auf der Zielgeraden gestellt und wurden mit nur zwei Niederlagen unter Grants Regie Vize-Meister.

Grant ist erfolgreich und chancenlos zugleich. Selbst nach Siegesserien wurde der Israeli in Frage gestellt, und so gilt seine Auswechslung nach dem Showdown in der russischen Hauptstadt, unabhängig vom Ergebnis, als beschlossen. «Ich bin völlig gelassen. Mein Vertrag läuft vier Jahre», erklärte Grant in rudimentärem Englisch. «Ich glaube an meine Jungs und bei einem Sieg ist sowieso alles anders.»

Mit den Beleidigungen der erbarmungslosen britischen Medien hat er leben gelernt. Der 53-Jährige wurde als farbloser Erfüllungsgehilfe seines Chefs Abramowitsch tituliert - ohne Konzept, ohne Taktikverständnis und ohne Charisma. Zur eigenen Imageverbesserung heuerte der Fußball-Lehrer sogar externe PR-Berater an. Aber auch diese befreiten den meist grimmigen Grant nicht aus seiner professionellen Isolation.

Er lasse trainieren «wie vor 25 Jahren», schimpften einige seiner Profis, seine Ansprachen würden «Begräbnisstimmung» verbreiten. Ferguson, immerhin in seinem 22. Jahr als Chefcoach von «ManU», stellte sich dagegen der Kritik, taktisch stur und in sein 4-4-2- System verliebt zu sein. Der Brite realisierte die Notwendigkeit der modernen Vielseitigkeit und paukte seinem Team mehrere Formationen, darunter das effektive 4-5-1, ein.

Grant war nach eigenem Geständnis «ein äußerst mäßiger Spieler», nie Profi, und sein bescheidener Lebenslauf als Trainer liest sich wie eine unzureichende Bewerbung für einen Hochglanzjob: Vereinscoach bei Maccabi Tel Aviv und Maccabi Haifa, vier Titel und von 2002 bis 2006 Nationaltrainer Israels. Die Zeitung «The Independent» nannte seine Beförderung «so unglaublich wie Neil Armstrongs Mondlandung».

Ferguson oder Grant: Einer wird Moskau berauscht verlassen. So oder so wäre es eine dieser romantischen Fußball-Geschichten. Trainer-Oldie bringt sein Team noch einmal auf Europas Fußball-Gipfel oder der Dauer-Geschmähte wird in der Heimat seines Chefs zum unwahrscheinlichen Held - ein Rührstück am Saisonende der europäischen Glamour-Liga.

dpa

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