Dienstag, 20. Mai 2008 / 14:20 Uhr
Moskau - Das Moskauer Luschniki-Stadion am Ufer des Moskwa-Flusses ist mit knapp 85 000 komplett überdachten Sitzplätzen Russlands größte Sportarena.
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Das einstige Zentrale Lenin-Stadion war mitsamt der weitläufigen Sportanlage 1956 gebaut worden, um das Selbstbewusstsein der Sowjetunion als Sport-Großmacht zu untermauern. Bis heute dominiert eine mächtige Lenin-Statue den Vorplatz. Luschniki bedeutet im Russischen «überschwemmte Wiese». Selbst in Russland wissen nur wenige, dass das Stadion auf sumpfigem Boden von tausenden Pfählen gestützt wird.
Weltweite Bekanntheit erlangte das Luschniki-Stadion als Austragungsstätte der vom Boykott vieler westlichen Nationen überschatteten Olympischen Spiele 1980. Damals passten 103 000 Menschen in die gigantische Betonschüssel. Die sowjetischen Staatsmedien verschwiegen dagegen die Tragödie, die sich zwei Jahre später auf den Rängen von Luschniki ereignete. Beim UEFA-Cup-Spiel zwischen Spartak Moskau und dem niederländischen Club HFC Haarlem starben 1982 in einem Gedränge mindestens 66 Fußballfans.
Seitdem hat sich an den Sicherheitsstandards viel geändert. Die UEFA honorierte die Modernisierung des klassischen Sportstadions mit einer Fünf-Sterne-Auszeichnung, was die Voraussetzung für europäische Endspiele ist. 1999 fand das UEFA-Cup-Finale in Luschniki statt, das AC Parma mit 3:0 gegen Olympique Marseille für sich entschied.
Während die Moskauer Vereine Spartak und Torpedo ihre Heimspiele auf Kunstrasen in Luschniki austragen, wurde für das Finale eigens Naturrasen ausgerollt. Die Zuschauerzahl musste auch aus Sicherheitsgründen auf 61 000 reduziert werden. Aufgrund der Zeitverschiebung von plus zwei Stunden zu Mitteleuropa wird es in Moskau schon weit nach Mitternacht sein, wenn der slowakische Schiedsrichter Lubos Michel das Finale abpfeift.
dpa
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