Dienstag, 20. Mai 2008 / 20:06 Uhr
Mainz - Paukenschlag beim FSV Mainz 05. Nur zwei Tage nach dem verpassten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga präsentierte der Zweitligist den Nachfolger von Coach Jürgen Klopp: Die überraschende und schnelle Wahl fiel auf Jörn Andersen.
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Der Norweger tritt damit das Erbe des Mainzer Kulttrainers an, der nach 18 Jahren als Spieler und Trainer den Verein verlässt. «Es ist schwer, nach einem wie ihm anzutreten. Aber ich bin selbstbewusst genug. Wir haben die gleiche Philosophie, wollen offensiv und aggressiv spielen», sagte Andersen. «Wir hoffen auf eine erfolgreiche Zukunft, die schnelle Entscheidung gibt dem Verein, den Spielern und den Fans Sicherheit», betonte Präsident Harald Strutz.
Der 45-jährige ehemalige Profi erhält bei den Rheinhessen einen Zweijahresvertrag bis Juni 2010. Als Assistent steht ihm der langjährige Spieler und bisherige Coach der Mainzer A-Junioren, Jürgen Kramny, zur Seite. Den ersten Kontakt zum neuen Trainer knüpfte FSV-Manager Christian Heidel an diesem Montag. «Schnell heißt nicht, dass die Wahl nicht wohlüberlegt ist», erklärte Heidel, der noch einmal betonte, keinen «Plan B» im Falle des Nicht-Aufstiegs gehabt zu haben. Klopp hatte den Mainzern nur eine Zusage für die Erste Liga gegeben.
Das in den vergangenen zwei Wochen vom Club aufgestellte Anforderungsprofil passte genau auf den ehemaligen Angreifer. «Der Trainer muss ein Gespür für Taktik haben, die Mainzer Art Fußball fortsetzen, guten Umgang mit den Spielern pflegen, Kenntnis der Liga und gute Kontakte haben», sagte Heidel. All das treffe auf Andersen zu, der deshalb die Nummer eins war. Auch Klopp, der kurzfristig mit dem Namen des ehemaligen Offenbacher Coaches konfrontiert wurde, riet zu. «Wenn es die Chance gibt, sofort verhaften», lautete sein Ratschlag.
Die Kickers, die Hans-Jürgen Boysen als neuen Trainer verpflichteten, wollten trotz des Abstiegs in die 3. Liga mit dem Norweger weiterarbeiten. Andersen erhielt laut Vize-Präsident Thomas Kalt ein «schmerzhaftes Angebot», weil der finanzielle Rahmen beim Absteiger arg eingeschränkt ist. Andersen war nach eigener Aussage nicht abgeneigt, wollte vor der Zusage aber die Sache überschlafen, auch weil seine Familie noch in Gelsenkirchen lebt.
Der Anruf Heidels änderte dann alles. Der FSV-Manager wickelte die Verpflichtung schnell ab, und auch Andersens Frau gab ihr Einverständnis. «Endlich bist du bei einem richtig guten Verein und kannst zeigen, was du kannst», habe sie gesagt, erklärte Andersen, der jetzt mit Familie nach Mainz ziehen will.
dpa
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