Donnerstag, 22. Mai 2008 / 10:55 Uhr
Hamburg - Martin Jol will beim Hamburger SV die «neue Ära» mit alten Bekannten einläuten. Bei seiner offiziellen Präsentation machte der niederländische Trainer klar, dass er den Kader des Fußball-Bundesligisten nicht komplett umkrempeln, sondern nur punktuell ergänzen will.
anzeige
«Wenn wir uns verstärken können, werden wir das versuchen», sagte Jol in fließendem Deutsch. Ein Wunschkandidat ist Kevin Boateng, der Bruder von HSV-Abwehrspieler Jerome Boateng. Kevin Boateng war für rund acht Millionen Euro von Hertha BSC zu Tottenham Hotspur gewechselt. «Wenn die aber acht Millionen ausgeben, wollen die auch acht Millionen zurückhaben. Wenn die aber realistisch sind, ist er eine Option», sagte Jol der «Hamburger Morgenpost».
Große Hoffnungen setzt der teuerste Coach der Vereinsgeschichte, dessen Trainerpaket für zwei Jahre acht Millionen Euro kosten soll, in seinen Landsmann Rafael van der Vaart: «Er ist neben Diego die beste Nummer zehn in Deutschland. Er gehört in Europa zu den Top Fünf.»
Sichtlich erleichtert stellten Clubchef Bernd Hoffmann und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer den neuen Hoffnungsträger im Blitzlichtgewitter der Fotografen vor. «Ich bin ein happy Präsident», sagte Hoffmann über das Ergebnis der 177 Tage währenden Trainersuche. Nun soll Jol eine «neue Ära» einleiten. «Martin Jol ist unsere absolute 1A-Wahl», sagte Hoffmann. Der mit Lob überhäufte Coach bedankte sich mit der Aussage: «Ich habe keine fünf Minuten überlegt.»
Jol betonte, dass auch in der neuen Saison nur die internationale Fußball-Bühne das Ziel sei. «Wir wollen wieder nach Europa», sagte der 52-Jährige, der mit Co-Trainer Zejlko Petrovic und seinem persönlichen Assistenten und Bruder Cornelius Jol bis 2010 das Sagen haben soll. Zudem soll ein Technik-, Taktik-, und Fitnesstrainer hinzukommen. Kandidat ist Ricardo Muniz, derzeit noch bei Tottenham Hotspur unter Vertrag. Mit einem Auge schielt der frühere Bayern-Profi sogar auf die Champions League: «Vielleicht können wir mit ein oder zwei Spielern dazu noch besser abschneiden», meinte Jol.
Anders als bei den finanzstarken «Spurs», die er zweimal in den Europapokal führte und im Oktober 2007 verlassen musste, kann Jol in Hamburg nicht auf große Einkaufstour gehen. «Wir bewegen uns - was die Investitionen angeht - nicht auf Premier-League-Niveau», stellte Beiersdorfer klar.
dpa
Die Fussball EURO 2008 hier auf Fussball.com. Alle Gruppen, alle Mannschaften und immer Live dabei!
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Andi Möller: Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.