Donnerstag, 22. Mai 2008 / 13:24 Uhr
Köln - Nach einem fast 14-stündigen Verhandlungsmarathon hat Trainer Christoph Daum dem 1. FC Köln das ersehnte Treuebekenntnis gegeben.
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Erst kurz nach 23.00 Uhr am Mittwochabend trat der 54-Jährige medienwirksam vor die rund 100 Fans und verkündete den stundenlang wartenden Journalisten, dass er den Club auch in der Fußball-Bundesliga betreuen werde. «Dass Erste ist das Wichtigste: Dass wir weiter zusammenarbeiten. Wir haben alle sportlichen und finanziellen Rahmenbedingungen geklärt, haben Deckungsgleichheit erzielen können», sagte Daum unter dem Jubel der Anhänger. Er strich sich selbst den Urlaub und fügte pathetisch an: «Wir haben etwas Großartiges begonnen, dass jetzt in der 1. Liga fortgeführt wird. Ich freue mich darauf, hier richtig die Ärmel hochkrempeln zu können.»
Lange hatte Daum die «Geißböcke» im Unklaren darüber gelassen, ob er seine «Herzensangelegenheit» nach dem Aufstieg fortführen werde. Dafür, dass es ein wenig länger gedauert habe, warb er um Verständnis. Ihm war es wichtig, zunächst mit den Verantwortlichen die wirtschaftlichen und sportlichen Perspektiven in Köln auszuloten und festzuklopfen. «Es gab Phasen hier, wo ich in der Tat gesagt habe, ich sehe nicht die Perspektive. Das hatte auch mit sachlichen und fachlichen Dingen zu tun», räumte er ein, dass sein Ja-Wort trotz eines Vertrages bis 2010 keineswegs sicher gewesen sei.
Nun aber will er seine im November 2006 begonnene Mission nicht vorzeitig beenden. Spätestens mit dem Spiel gegen Hoffenheim habe er gemerkt, dass in Köln etwas zusammenwachse und die Fans auch in schwierigen Zeiten hinter der Mannschaft stehen. «Da waren wir eine Einheit. Darauf können wir stolz sein.»
Erleichtert war Sportdirektor Michael Meier. «Wir haben einen Weg begonnen, auf dem man auf dieser Position Kontinuität wahren sollte. Ich hätte mir nicht vorstellen können, in die nächste Saison zu gehen, ohne dass derjenige, der den 1. FC Köln in die erste Liga geführt hat, das Werk zu Ende bringen will. Ich verstehe aber auch, dass er zwischenzeitlich mal ins Überlegen gekommen ist. Es war für uns alle eine unheimlich harte Saison.»
Offenbar waren es keine leichten Gespräche, die Daum zuvor in seiner Villa im Hahnwald mit Meier, FC-Finanzchef Claus Horstmann sowie Co-Trainer Roland Koch und Daum-Anwalt Stefans Seitz geführt hat. Meier: «Ich bin dankbar, dass er seine persönlichen Ambitionen hinter die Ambitionen des Vereins zurückgestellt hat. Und seine persönlichen Ambitionen sind von den Zielen des 1. FC Köln noch weit entfernt», so der Sportdirektor. Das Ziel des Aufsteigers kann in der kommenden Spielzeit in der Eliteliga nur heißen: Klassenverbleib.
Wer Daum kennt weiß, dass er nach Höherem strebt. Gleichwohl hofft Meier auf eine Dauerlösung. «Vielleicht gelingt es uns ja, in dieser kurzen Zeit auch mit ihm diese Ziele noch zu erreichen. Dass es dann hinterher wieder kongruent ist, was Christoph Daum und der 1. FC Köln eigentlich erreichen wollen.»
dpa
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