Donnerstag, 22. Mai 2008 / 10:41 Uhr
Hamburg - Denken die Fans des Hamburger SV an den 25. Mai 1983, erfüllt sie Stolz und Wehmut zugleich. An besagtem Mittwochabend vor 25 Jahren feierte die HSV-Truppe unter Trainer Ernst Happel den größten Erfolg in der inzwischen 120-jährigen Vereinsgeschichte.
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Es war - abgesehen vom DFB-Pokalsieg vier Jahre später - auch der bislang letzte große Triumph des dienstältesten Fußball- Bundesligisten. Mit seinem frühen Siegtor in der neunten Spielminute bescherte Mittelfeldspieler Felix Magath den Hanseaten den 1:0-Überraschungs-Coup im Finale des Europapokals der Landesmeister in Athen über Juventus Turin. «Ich habe einen Schuss angetäuscht, bin dann an Marco Tardelli vorbeigegangen und habe aus 20 Metern von der Ecke des 16- Meter-Raums linker Seite den Ball gut getroffen», beschreibt Magath die Situation, als sei es erst gestern gewesen.
Mit diesem wuchtigen Linksschuss überwand er Torwart-Denkmal Dino Zoff, Italiens Nummer eins und Weltmeister von 1982. «Der Ball schlug unhaltbar für ihn im langen oberen Eck ein. Man hatte Zoff Vorwürfe gemacht - aber dieser Ball war nicht zu halten», sagte Magath. Für den damals 29-Jährigen war es das zweite Tor im Wettbewerb. «Das war der härteste Schlag meiner ganzen Karriere», gestand Zoff.
Die «Alte Dame» war damals gespickt mit sechs Weltmeistern: Paolo Rossi, Gaetano Scirea, Claudio Gentile, Antonio Cabrini sowie Tardelli und eben Zoff. Zudem standen Stürmerstar Roberto Bettega, der polnische Torjäger Zbigniew Boniek und nicht zuletzt Michel Platini in der Mannschaft.
Der heutige UEFA-Präsident Platini erinnert sich: «Wir waren klarer Favorit im Olympiastadion von Athen. Unter den 80 000 Zuschauern waren 79 500 Italiener und 500 Deutsche.» Gegen ein weniger klangvolles Ensemble - Uli Stein, Manfred Kaltz und Horst Hrubesch zählten zu den Bekanntesten - zu verlieren, war für Turin ein harter Schlag. «Wir haben aber nicht gut gespielt, und folgerichtig haben die Deutschen sich den Erfolg auch verdient», sagte Platini. Abgesehen vom Dänen Lars Bastrup, einziger Legionär der Hamburger Finalmannschaft, war der HSV damals im wahrsten Sinne eine deutsche Mannschaft.
Happel schrieb mit dem Triumph ebenfalls Geschichte. Der Österreicher gewann als erster Trainer mit zwei verschiedenen Vereinen die «Königsklasse» des europäischen Vereinsfußballs. 1970 war er bereits mit Feyenoord Rotterdam erfolgreich gewesen. «Juves» heutiger Vizepräsident Bettega hat die Schmach bis heute nicht verwunden: «So viele Jahre sind vergangen, aber es tut immer noch weh», sagte der inzwischen 57-Jährige der «Süddeutschen Zeitung». Bereits zwei Jahre später eroberte aber auch «Juve» den Pokal im Vorgängerwettbewerb der Champions League.
dpa
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