Montag, 26. Mai 2008 / 17:08 Uhr
Leverkusen - Der bisherige Zweitliga-Trainer Bruno Labbadia soll Bayer 04 Leverkusen dauerhaft zu einer der ersten Adressen in der Bundesliga und Europa entwickeln.
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«Wir brauchen einen Neuanfang, der aus unserer Mannschaft mit Potenzial noch mehr rausholt», sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler bei der Präsentation des Nachfolgers des entlassenen Michael Skibbe. «Mit dem Feuer, das er in sich hat, ist er absolut die richtige Wahl.» Der 42-jährige Labbadia erhält einen Zweijahres-Vertrag. Zugleich erteilte ihm die SpVgg Greuther Fürth, bei der er noch einen Kontrakt bis 2009 hatte, die Freigabe.
«Ein Verein wie Bayer Leverkusen kommt nicht so oft um die Ecke. Und ich passe nicht nur in das Profil des Vereins, sondern die Mannschaft auch in meines», sagte Labbadia selbstbewusst. «Ich freue mich auf die Herausforderung.» Seine gute Arbeit mit der Fürther Elf, die er in der vergangenen Saison auf Platz sechs der 2. Liga führte, erwies sich als beste Empfehlung für sein Bundesliga-Debüt. «Mit bescheidenen Mitteln hat er tollen Fußball spielen lassen», urteilte Völler. Deshalb hat Fürths Präsident Helmut Hack seinen Coach höchst widerwillig und nur nach lukrativen Zusagen ziehen lassen.
«Wir haben eine Lösung gefunden, die für beide Seiten günstig sein kann», erklärte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der den neuen Hoffnungsträger wie folgt charakterisiert: «Er ist total engagiert, er liebt Akribie und lebt Fußball.» Die Philosophie von Labbadia ist zudem sehr simpel. «Ich will auf Dauer mehr Spiele gewinnen als verlieren», sagte der Ex-Profi, der kein Kumpeltyp sein will: «Ich duze die Spieler nicht, suche ihre Nähe, halte aber auch Abstand.»
Zurückhaltend äußerte er sich über sein Verständnis von Spielkultur. «Wenn erkannt wird, was ich will, dann habe ich es richtig gemacht», meinte Labbadia. Sein erstes Ziel wird nach dem Verpassen eines Europacup-Startplatzes von Bayer in der abgelaufenen Saison als Tabellensiebter das Erreichen des UEFA-Cups sein. «Mittelfristig wollen wir jedoch wieder in die Champions League, dass ist klar unser Anspruch», forderte Völler.
Seinen ersten Trainerposten hatte Labbadia von 2003 bis 2006 beim damaligen Oberligisten SV Darmstadt 98. Als Fußball-Profi wurde der Ex-Stürmer, dem es als einzigen Torjäger gelungen ist, sowohl in Liga eins und zwei wenigstens 100 Tore zu erzielen, mit dem 1. FC Kaiserslautern (1991) und Bayern München (1994) deutscher Meister. In der Nationalmannschaft kam er nur auf zwei Länderspiele.
Mit für Juli 2009 geplanten Fertigstellung der für 70 Millionen Euro von Grund auf modernisierten «BayArena» soll in Leverkusen der Startschuss für eine neue Ära fallen. «Wir wollen in der Bundesliga den Abstand nach vorn verringern», sagte Holzhäuser, der nach drei deutschen Vizemeisterschaften auch vom ersten Titel träumt.
Zum Handicap könnte für den neuen Coach in der kommenden Saison werden, dass Bayer in der Hinrunde in einer «Bauruine» spielen und nach der Winterpause in der LTU-Arena in Düsseldorf die «Heimspiele» austragen muss. Nach vielen neuen Spielern muss er sich dagegen nicht umsehen. Nationalstürmer Patrick Helmes kommt vom 1. FC Köln und als Kandidat für die Abwehr ist der Brasilianer Thiago da Silva von Fluminense ausgespäht. «Es werden noch weitere Sahnestücke hinzukommen», versprach Völler.
dpa
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