Dienstag, 27. Mai 2008 / 15:12 Uhr
München - Die Chaos-Tage sind vorbei: Unter dem neuen Präsidenten Rainer Beeck soll endlich Ruhe und Stabilität beim Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München Einzug halten.
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«Wir wollen fortan mit einer gemeinschaftlichen Stimme sprechen und den Verein komplett neu positionieren», kündigte Beeck bei seiner Vorstellung an. Der 45 Jahre alte Diplom-Betriebswirt wurde in der Nacht zuvor in einer fünfstündigen Aufsichtsratssitzung einstimmig als Nachfolger des umstrittenen «Löwen»-Chef Albrecht von Linde gewählt.
Mit Linde tritt auch Vize-Präsident Karsten Wettberg ab, dessen Posten überraschend der Investmentbanker Michael Hasenstab übernahm. Als «Mann mit kreativem finanzwirtschaftlichem Potenzial» beschrieb Beeck den 38-Jährigen, der sich bei der Präsidiumsvorstellung wegen «wichtiger Geschäftstermine» entschuldigen ließ. Einzig Franz Maget bleibt der dreiköpfigen Vereinsführung als «Vize» erhalten. «1860 München schaut nur noch nach vorne», sagte der SPD- Fraktionschef, «1860 ist eine Marke, aus der man viel mehr herausholen kann.»
Für das neue Präsidium, das eine Delegiertenversammlung im September bestätigen muss, gibt es im krisengebeutelten Verein keinerlei Eingewöhnungszeit. Möglichst schnell muss das Vertrauen der Fans und Sponsoren zurückgewonnen werden, um die Finanzierung einer schlagkräftigen Profi-Mannschaft zu sichern. «Unsere wichtigste Baustelle ist die Kapitalbeschaffung, um unsere sportliche Zukunft so zu gestalten, wie wir uns das vorstellen», sagte Beeck. «Auch wir haben den Ehrgeiz, in Zukunft erstklassig zu sein.»
Durch Lindes Ablösung endet nun auch das Wirken des zweiten Protagonisten des heftigen Streits zwischen Linde und Finanz- Geschäftsführer Stefan Ziffzer, dem vor zwei Wochen fristlos gekündigt worden war. Eine Rückkehr Ziffzers schloss der neue Präsident aus. Beeck kündigte an, mit Stefan Reuter als alleinigem Geschäftsführer weitermachen zu wollen.
Die bei den Fans ungeliebte Allianz Arena stellte Beeck als «Löwen»-Spielstätte ausdrücklich nicht zur Disposition: «Es gibt Verträge. Die Arena ist ein großer Fixkostenposten, mit dem wir umgehen müssen. Mit diesen Voraussetzungen hat Herr Ziffzer perfekte Arbeit geleistet.»
dpa
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