Dienstag, 27. Mai 2008 / 14:07 Uhr
Sydney - Zwei Tage vor Beginn des FIFA-Kongresses in Sydney hat das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes wichtige Entscheidungen getroffen.
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Das Gremium unterstützt FIFA-Präsident Joseph Blatter bei seinen Bestrebungen zur Einführung der sogenannten «6+5»-Regel zur Förderung nationaler Talente. Abgeschafft wird das umstrittene Höhenlimit, das internationale Partien oberhalb von 2750 Metern reglementierte. Die Club-WM wird 2010 und 2011 in Dubai stattfinden, bevor sie danach wieder nach Japan zurückkehrt. Trotz der fremdenfeindlichen Gewalt in Südafrika sieht die FIFA-Exekutive keinen Grund, an der Befähigung des Kap-Staates, die WM 2010 auszurichten, zu zweifeln.
Wie erwartet erhielt Blatter Rückendeckung für seine «6+5»-Pläne. Dem Kongress soll eine Annahme des Blatter-Vorschlags empfohlen werden. Nach der Idee des Schweizers müssen Europas Fußball-Vereine vom Jahr 2010 an mindestens vier heimische Profis einsetzen. Diese Quote soll bis 2012 dann auf ein Minimum von sechs Akteuren steigen. Damit will Blatter die nationalen Fußball-Talente fördern. Die Regel gilt wegen der Gesetzgebung der Europäischen Union als rechtlich umstritten. Zuletzt hatte UEFA-Präsident Michel Platini die Quotierung als «völlig illegal» bezeichnet, Blatter aber dennoch Unterstützung versprochen, da die Idee wichtige Ziele verfolge.
Auf die anhaltenden Proteste aus Südamerika gegen das Höhenlimit reagierte die FIFA-Exekutive mit der vorläufigen Aufhebung der Begrenzung. Demnach können Länderspiele nun wieder in einer Höhe über 2750 Meter stattfinden, auch ohne eine Akklimatisierungszeit für die Gästespieler. Blatter schlug vor, das Höhenlimit durch ein Maßnahmenpaket zu ersetzen, das «Fußballspiele unter extremen Bedingungen» regeln soll. Darin sollten Einflussfaktoren wie Hitze, Luftfeuchtigkeit und auch Umweltverschmutzung berücksichtigt werden.
Nach Einführung der Höhen-Regelung hatte es massive Kritik aus Südamerika und insbesondere aus Bolivien und Ecuador gegeben. Deren Hauptstädte La Paz (3600 Höhenmeter) und Quito (2830) wären für Länderspiele nicht mehr in Frage gekommen. In die Diskussion hatte sich auch immer wieder Boliviens Präsident Evo Morales eingeschaltet, zuletzt mit einem harschen Brief an Blatter, in dem er von «Fußball- Apartheid» geschrieben hatte.
Die Club-Weltmeisterschaft der Kontinentalmeister wird in den Jahren 2009 und 2010 in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden. Die FIFA hatte das Miniturnier mit sieben Vereins- Mannschaften erstmals offiziell ausgeschrieben. Die Hafenstadt am Persischen Golf setzte sich in der Abstimmung gegen Konkurrenz aus Australien und den bisherigen Gastgeber Japan durch. In Japan wird der Wettbewerb im Dezember 2008 und dann erneut in den Jahren 2011 und 2012 stattfinden.
An der Club-Weltmeisterschaft nehmen die Gewinner der sechs Kontinentalwettbewerbe und ein Verein aus dem Gastgeberland teil. Europa wird durch den Champions-League-Sieger repräsentiert, im Dezember 2008 durch Manchester United.
dpa
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