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Gegenwind für Blatters 6+5-Regel aus Brüssel

Brüssel - Die Verabschiedung der von Joseph Blatter geplanten 6+5-Regel auf dem Kongress des Fußball-Weltverbandes in Sydney scheint nur noch Formsache, doch aus dem fernen Brüssel weht dem FIFA-Präsidenten ein heftiger Gegenwind ins Gesicht.

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Die EU-Kommission wertet die Regel, wonach Vereine im europäischen Fußball künftig mindestens sechs heimische Spieler aufstellen müssen, als Diskriminierung und will den Blatter-Plan mit allen Mitteln stoppen. Dies kündigte der für Arbeitsmarktfragen zuständige tschechische EU-Kommissar Vladimir Spidla in Brüssel an.

Probleme

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FIFA-Präsident Blatter bekommt Druck aus Brüssel.

«Der EU-Vertrag beauftragt uns, Diskriminierung zu verhindern. Wenn ein Mitgliedstaat dieses Prinzip verletzt, indem er die 6+5- Regel zulässt, dann muss die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen ihn einleiten», sagte Spidla der dpa. Die EU-Kommission halte eine Einschränkung der Freizügigkeit von Arbeitnehmern wegen deren Nationalität grundsätzlich für eine Verletzung des EU-Rechts. Als mögliche Sanktion drohe eine Geldstrafe pro Tag, «die so lange fällig wird, bis der Mitgliedstaat sein Verhalten ändert.»

Blatter weiß um die Widerstände aus Brüssel, beharrt aber auf seinen Plänen. «Wir wollen keinen Streit mit einer politischen Organisation anfangen. Doch es gibt keine Regel, die sagt, dass man elf Ausländer in einer Mannschaft haben muss. Es gibt viele Politiker in Europa, mit denen wir gesprochen haben, die befürworten den Wert und Sinn der 6+5-Regel», sagte Blatter. Es sei nicht moralisch, «wenn die Großclubs 25 Topspieler kaufen, den anderen wegnehmen und dann horten, weil nur elf spielen können», so Blatter.

Der Schweizer hatte von der FIFA-Exekutive Rückendeckung für seinen Plan, der noch vom Kongress verabschiedet werden soll, erhalten. Demnach müssen die Vereine ab der Saison 2010/11 mindestens vier heimische Akteure zu Spielbeginn aufbieten. Im Folgejahr sollen es fünf sein, in der Spielzeit 2012/13 soll mit sechs nationalen Spielern die 6+5-Regel vollständig umgesetzt sein. UEFA-Präsident Michel Platini hält den Vorschlag zwar für «eine gute Sache», bezeichnete ihn jedoch auch als «völlig illegal».

Dies sieht die EU ebenso. «Mannschaften können so viele Spieler aus so vielen Ländern haben, wie sie wollen. Aber die Entscheidung darüber, welcher Spieler aufgestellt wird, sollte ausschließlich von taktischen Überlegungen und der Fitness eines Spielers abhängen, nicht von seiner Nationalität», begründete Spidla die Ablehnung.

Er widersprach dem Argument, es gehe darum, das Monopol der großen Vereine zu brechen. Auch die Aufstellung von Nationalmannschaften habe damit nichts zu tun. Die EU-Behörde ermuntere vielmehr dazu, Spieler einzusetzen, die im heimischen Umfeld heranwachsen: «Es könnte sich die Frage der indirekten Diskriminierung stellen, aber wir dürften Ausnahmen machen, weil es hier darum ginge, junge Menschen in den Sport zu integrieren.», sagte Spidla.

dpa

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