Mittwoch, 28. Mai 2008 / 13:55 Uhr
Madrid - Real Madrid hat bei seinem Werben um den Weltklassefußballer Cristiano Ronaldo einen Rückzieher gemacht. Der Club werde den Portugiesen nicht gegen den Willen von dessen jetzigem Verein Manchester United unter Vertrag nehmen, betonte Real-Präsident Ramón Calderón.
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Die «Königlichen» reagierten damit auf eine Drohung von ManU, die Madrilenen beim Weltverband FIFA zu verklagen. Der englische Meister und Champions-League-Sieger hatte in einer ungewöhnlich harschen Erklärung seinem Ärger über das Werben der Spanier Luft verschafft. «Reals öffentliche Versuche zur Verunsicherung des Spielers sind total gegen das Reglement. Wir werden dies nicht länger hinnehmen», betonte Manchester United. «Der Spieler steht nicht zum Verkauf.» Die spanische Sportpresse spekuliert seit Wochen über einen möglichen Wechsel von Cristiano Ronaldo nach Madrid und über eine Ablösesumme in einer Rekordhöhe von 80 Millionen Euro.
Der Portugiese gilt nicht nur als der beste Fußballer der Welt, sondern ist auch eine begehrte Werbe-Ikone. Mit seinen 42 Toren in dieser Saison trug Cristiano Ronaldo maßgeblich dazu bei, dass ManU sich die Titel in der Premier League und der europäischen Eliteliga sichern konnte. Er steht in Manchester noch bis 2012 unter Vertrag. Nach den FIFA-Regeln ist es nicht erlaubt, einen vertraglich langfristig gebundenen Profi abzuwerben.
Die Madrider Zeitung «El Mundo» sieht in der ManU-Drohung mit der FIFA eine «Kriegserklärung» an Real. Der Boss der «Königlichen» war bemüht, die Wogen zu glätten. «Es gibt keinen Fall Ronaldo», erklärte Calderón. «Manchester ist ein befreundeter Verein, mit dem wir nicht in Konflikt treten werden. Es waren die Medien, die dieses Problem aufgebracht haben.»
Dabei verschweigt der Clubchef allerdings, dass Trainer Bernd Schuster erst am Vortag eine Verpflichtung des Portugiesen als «die große Priorität» bei Real bezeichnet hatte. Wegen Cristiano Ronaldo lägen alle anderen Transfers vorerst auf Eis, sagte der Coach dem Sportblatt «As». Die Madrilenen geben auch nach der Drohung aus Manchester ihre Hoffnung keineswegs auf. Sie rinnern sich nur zu gut daran, dass auch die Transfers anderer Superstars wie Zinedine Zidane oder David Beckham erst nach einem wochenlangen Hickhack zustande kamen.
Calderóns Vorgänger Florentino Pérez hatte 2003 auf die Frage, ob der Club Beckham verpflichten wollte, siebenmal mit «niemals» geantwortet. Wenig später kickte Becks dann doch für Real. «Die Reaktion von ManU war nicht anders zu erwarten», sagte Calderón nach Angaben des Sportblatts «Marca». «Ich denke, noch vor Beginn der Europameisterschaft wird die Sache geregelt sein.»
dpa
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