Sonntag, 1. Juni 2008 / 13:42 Uhr
Berlin - Das «Wunder von Köpenick» blieb aus. Doch trotz der 0:3-Niederlage gegen Aufsteiger Rot-Weiß Oberhausen feierten die Spieler und Trainer des 1. FC Union Berlin den Einzug in die neue 3. Liga des deutschen Fußballs.
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Um sogar noch das i-Tüpfelchen auf die Saison zu erreichen und in die 2. Bundesliga aufzusteigen, hätte es eines Sieges mit vier Toren Unterschied bedurft. Da aber Fortuna Düsseldorf in Erfurt mit 4:0 gewann, war der Aufstieg für die «Eisernen» ohnehin nicht mehr möglich. Am Ende einer insgesamt guten Saison steht mit Platz vier mehr, als man ursprünglich erhofft hatte.
Rund die Hälfte der Saison-Rekordkulisse von 14 117 Fans blieb auch nach dem Abpfiff im Stadion, um bei Punk-Rhythmen Abschied zu nehmen von der «alten» Alten Försterei. Bereits am Montag rollen die Bagger an, um das Kult-Stadion einer von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) geforderten Schönheitskur zu unterziehen. Die Traversen werden betoniert, alle Stehplätze überdacht und in der zweiten Bauphase eine Rasenheizung eingebaut. Ziel ist es, möglichst alle Arbeiten bis zum Saisonstart 2008/09 abzuschließen. Rund 250 Union-Fans haben schon schriftlich ihre Bereitschaft erklärt, am neuen Schmuckstück, dem einzigen reinen Fußballstadion Berlins, mitzuwirken.
Auch im letzten Saisonspiel zeigte sich, woran die Köpenicker künftig auch auf dem Rasen noch intensiv arbeiten müssen, um im neuen Unterhaus des deutschen Profi-Fußballs bestehen zu können. Allein in der ersten Halbzeit wurden sechs klare Tormöglichkeiten nicht genutzt. Oberhausen machte es besser: Mike Terranova traf bereits nach 15 Minuten mit einem Flatterball an den Innenpfosten mitten ins Union-Herz, Julian Lüttmann (27.) riss wenig später die Unioner endgültig aus allen Aufstiegsträumen. Da auch noch bei Torsten Mattuschka die Nerven blank lagen und der Kunstschütze wegen einer Tätlichkeit an Jens Robben zurecht Rot sah (43.), war das Spiel für die Berliner gelaufen.
Doch unermüdlich peitschten die Fans ihr Team nach vor, das aber auch beim 3:0 durch Terranova (68.) Lücken in der Abwehr offenbarte. Danach ging eine Welle durch das Stadion, die Fans rüsteten für die Feierlichkeiten: Kein Pfiff, ob der dürftigen Leistung zum Abschluss. «Ihr seid geil: Das beste Publikum, das ich in meiner Karriere erlebt habe», rief Trainer Uwe Neuhaus nach dem Spiel von der Show-Tribüne den Anhängern zu und sang mit ihnen die Union-Hymne. Die rund 2000 Oberhausener Fans hatten ihre Aufstiegsgesänge zu diesem Zeitpunkt schon längst in den Sonderzug verlegt.
Vor dem Spiel waren mit Marco Löring, Christian Streit, Michael Hinz, Tobias Scharlau und Tim Ruttke fünf «Ergänzungsspieler» verabschiedet worden. Über Neuverpflichtungen wollte sich Sportdirektor Christian Beeck noch nichts entlocken lassen. Dass sie kommen werden, ist gewiss, aber das Gerüst der Mannschaft steht. Wie Trainer Neuhaus dem stärksten Auswärtsteam der Liga jedoch die Heimschwäche in der Rückrunde (nur 2 Siege) abgewöhnen will, bleibt noch sein Geheimnis.
dpa
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