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EU kritisiert 6+5-Regel - Zwanziger für Dialog

Frankfurt/Main - Die von FIFA-Präsident Joseph Blatter auf den Weg gebrachte 6+5-Regel hat beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) große Zustimmung gefunden, dafür aber zum Teil heftige Kritik aus der Politik ausgelöst.

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DFB-Präsident Theo Zwanziger begrüßte den auf dem Kongress in Sydney gefassten Beschluss des Weltfußball-Verbandes zur Ausländer-Beschränkung in Vereinen. «Gesellschaftspolitisch wäre es gut, wenn es zu der Regelung käme. Sport ist nicht nur Kommerz, sondern hat auch mit Solidarität zu tun», warb Zwanziger in der Sendung «Doppelpass» des Deutschen Sportfernsehens (DSF) um Verständnis bei den Politikern.

DFB-Präsident

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Theo Zwanziger setzt bei der Diskussion um die 6+5-Regel auf Dialog.

Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok bezeichnete den Plan dagegen als rechtswidrig und sieht keinerlei Chancen, das Regelwerk in der Europäischen Union umzusetzen. «Hier gibt es keinen rechtlichen Spielraum, weil es Primärrecht ist», sagte Brok der Deutschen Presse- Agentur dpa. «Ich glaube, der Schweizer Blatter hat nach wie vor nicht verstanden, was die Europäische Union ist.»

Zwanziger erwartet einen juristischen Hürdenlauf bei der ab der Saison 2010/11 stufenweise geplanten Einführung der 6+5-Regel. «Es wird noch viel Diskussionsstoff mit der EU geben. Ich befürchte, dass wir viele Gerichtstermine haben werden, weil die Gerichte den Solidargedanken nicht sehen». Der DFB-Chef setzt daher ganz auf den Dialog mit der EU, denn «in reiner Konfrontation wird der Sport den Kürzeren ziehen».

Zwanziger bedauerte, dass der Sport in der Europäischen Verfassung leider nicht den Stellenwert habe, den er in Deutschland genieße. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihm in einem Gespräch am Rande des Länderspiels der DFB-Auswahl gegen Serbien am Samstag in Gelsenkirchen zwar Verständnis für das Anliegen des Fußballs signalisiert, gleichzeitig aber auf die schwierige Umsetzbarkeit angesichts der gesetzlichen Lage in der EU hingewiesen.

Der am 30. Mai auf dem Kongress in Sydney mit großer Mehrheit verabschiedete FIFA-Beschluss sieht vor, dass mehr einheimische als ausländische Spieler in den Anfangsformationen der Vereine stehen müssen. Bis zur Saison 2012/13 mit dann sechs einheimischen Spielern soll die Regel vollständig umgesetzt werden. Die EU lehnt den Plan als Diskriminierung von Arbeitskräften ab. Blatter will deshalb am 5. Juni in Brüssel Möglichkeiten zur Umsetzung der Regelung und Gesetzesänderungen in der Europäischen Union ausloten.

Blatter genießt dabei die Rückendeckung der FIFA. Auch Franz Beckenbauer sprach sich als Chef der FIFA-Fußball-Kommission für die Einführung aus. «Wir müssen mit der EU eine Lösung finden», sagte Beckenbauer. Brok sieht allerdings keine Chance für die Umsetzung, zumal es klare Urteile des Europäischen Gerichtshofes in anderen Berufssportarten gäbe. Die EU-Länder könnten nicht als Ausland eingestuft werden: «Das ist Inland», sagte er.

Innerhalb der EU gebe es volle Freizügigkeit für alle Menschen. «Jeder Bürger der Europäischen Union kann arbeiten, wo er möchte.» Die freie Arbeitsplatzwahl gehöre zu den Grundprinzipien der EU. «Das ist eine Frage bestehenden EU-Rechts, das auch nicht verändert werden kann», sagte Brok. Auch eine Klausel mit einer anderen Relation ändere daran nichts. Blatter hatte betont, dass sich die 6+5-Regel nur auf den Spielbeginn beziehe. Durch Auswechslungen sei eine 3+8- Konstellation möglich.

dpa

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