Montag, 2. Juni 2008 / 16:23 Uhr
Frankfurt/Main - Der Fußball-Weltverband FIFA hat auf seinem Kongress in Sydney keinen Beschluss zur 6+5-Regel gefasst, sondern lediglich eine Resolution verabschiedet.
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Dies hat Wolfgang Niersbach, Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), in einem Interview auf der DFB-Internetseite betont. Die von FIFA- Präsident Joseph Blatter für die Saison 2010/11 avisierte Einführung der Mindestquote von einheimischen Spielern in Vereinsmannschaften «soll nämlich im Einklang mit der Europäischen Union und nicht gegen geltendes EU-Recht angegangen werden», sagte Niersbach.
Blatter habe dies glänzend gelöst und damit verhindert, dass die Europäische Fußball-Union (UEFA) in eine Zwickmühle gerate. «Sydney war in meinen Augen eine Meisterleistung der Diplomatie. Durch diese sehr weise Resolution wurde eine Contrastellung zwischen der FIFA und der UEFA verhindert», sagte Niersbach. Die EU sieht die 6+5-Regel als Diskriminierung von Arbeitskräften an und lehnt sie daher ab. Mit der erklärten Absicht zum Konsens bei diesem sensiblen Thema sei nicht nur eine Interessenkollision zwischen dem Weltverband und der UEFA, sondern auch eine Konfrontation zwischen der FIFA und der EU verhindert worden.
Der DFB-Generalsekretär stellte aber unmissverständlich klar, dass eine Einführung der Regel im Interesse des Fußballs wäre. «Wir halten es nach wie vor für einen Grundfehler, dass mit dem Bosman-Urteil vom Dezember 1995 die Fußballprofis gleichgestellt wurden mit Werktätigen anderer Berufe. Die FIFA hat eine Statistik angefertigt, die besagt, dass in den fünf europäischen Topligen 43 Prozent ausländische Spieler beschäftigt sind, in allen anderen beruflichen Bereichen beträgt der Ausländer-Anteil dagegen nur zwei Prozent. Hier ist also ein Missverhältnis vorhanden, das korrigiert werden sollte», sagte Niersbach.
dpa
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