FussballEURO 2008 → Meldung

M oder M: Zweikampf um Österreichs Nummer eins

München - Jürgen Macho oder Alexander Manninger - wer wird die Nummer eins in der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft?

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Während die anderen 15 Teams die Torwartfrage bereits beantwortet haben, will Teamchef Josef Hickersberger erst das Geheimnis lüften, wer im Auftaktspiel gegen Kroatien in Wien zwischen den Pfosten steht. Ein Profi aus Deutschland wird die Entscheidung mit Interesse, aber unaufgeregt verfolgen: Ramadan Özcan von Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim. Der 23- jährige Keeper ist in letzter Sekunde für den erkrankten Helge Payer ins EM-Aufgebot des deutschen Gruppengegners gerückt, eine Einsatzchance hat er allerdings nicht.

T-Frage

Foto: dpa Bild vergrößern

Jürgen Macho steht schon mal im Training zwischen den Pfosten.

Österreichs Trainerstab hat es mit der Torwartfrage bewusst spannend gemacht und die Eindrücke aus den letzten Testspielen gegen Nigeria (1:1) und Malta (5:1) sowie dem Training für die Entscheidung herangezogen. «Uns ging es darum, zu sehen, wie die Torhüter mit dem Druck umgehen», erklärte Torwarttrainer Klaus Lindenberger.

Aus dem Dreikampf um den Platz im Tor ist ein Zweikampf geworden, nachdem Payer vor einer Woche wegen eines Venenverschlusses aus dem EM-Kader entlassen wurde. Der Schlussmann von Meister Rapid Wien liegt in einem Wiener Spital und darf ein halbes Jahr nicht Fußball spielen. Payer besaß aufgrund seiner guten Leistungen bei den Hütteldorfern beste Chancen auf das Trikot mit der Nummer eins - jetzt gilt Macho bei vielen Experten als der große Favorit.

«Ich habe alles dafür getan, um die Nummer eins zu sein, und ich gehe davon aus, dass ich die Nummer eins sein werde.» Der 30-jährige Macho hat seine Ansprüche deutlich formuliert. Zuverlässigkeit und Ruhe zeichnen den ehemaligen Torhüter des 1. FC Kaiserslautern aus, der bisher 14 Länderspiele für den Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) bestritt. Eine schwere Gehirnerschütterung hatte den 1,92 Meter großen Macho zuletzt etwas aus der Bahn geworfen. Beim 0:1 gegen England im vergangenen November war er nach einem Zusammenprall mit Peter Crouch mehrere Minuten lang bewusstlos.

Macho, mit AEK Athen in Griechenland nur Vize-Meister, war bis vor wenigen Wochen praktisch gesetzt, bis sein Konkurrent Manninger (31) mit starken Leistungen im Tor des AC Sienna auf sich aufmerksam machte. In der vorletzten Runde raubte er Inter Mailand den letzten Nerv, parierte einen Elfmeter von Weltmeister Marco Materazzi und hatte entscheiden Anteil am 2:2. Sienna schaffte den Klassenerhalt und Manninger wurde von den italienischen Medien mit Lob überhäuft.

Schwankende Leistungen bei seinem Stammverein Red Bull Salzburg, der ihn vor zwei Jahren nach Sienna ausgeliehen hatte, und einige Fehlgriffe im ÖFB-Team wie beim Test gegen Deutschland Anfang Februar 2008 hatten dem Ruf des 27-fachen Nationalspielers geschadet. Der Leihvertrag mit Sienna ist ausgelaufen, aber Manninger macht sich im Moment keine Gedanken um seine Zukunft, «denn bei einer Veranstaltung wie der EM ist jedes zusätzliche Kilo an Belastung zu viel.»

Unterdessen bestätigte Manninger in der italienischen Sportzeitung «Gazzetta dello Sport» das Interesse von Juventus Turin an seiner Verpflichtung. «Es ist eine Ehre, dass sich Juventus für mich interessiert. Nach der EM werde ich die richtige Mannschaft suchen», sagte Manninger, der am 4. Juni seinen 31. Geburtstag feiert. Manninger steht bis Saisonende 2009 bei Red Bull Salzburg unter Vertrag, war aber seit zwei Jahren an den italienischen Erstligisten AC Sienna ausgeliehen. Der Leihvertrag ist am Ende der vergangenen Spielzeit ausgelaufen.

dpa

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