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Glanzlose Effizienz: Frankreich will dritten Titel

Paris - Weniger Esprit, mehr Disziplin - vom Champagner-Fußball vergangener Tage ist nicht viel übrig. Die Begeisterung der Fans im Stade de France von Paris über das 1:0 (1:0) der französischen Nationalmannschaft gegen Kolumbien durch den Treffer von Franck Ribéry hielt sich in Grenzen.

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Doch ungeachtet der in der «Grande Nation» vorherrschenden Skepsis trat die Mannschaft von Trainer Raymond Domenech die Reise in das EM- Quartier von Vevey (Schweiz) mit großem Selbstvertrauen an. «Wir wollen Europameister werden. Dafür werden wir alles tun», sagte Jubilar Thierry Henry nach seinem 100. Länderspiel.

Frankreich - Kolumbien

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Der Franzose Franck Ribery (l) tanzt den Kolumbianer Pablo Armero aus.

Immerhin bewies der Vize-Weltmeister im Vergleich zu den Vorbereitungsspielen gegen Ecuador (2:0) und Paraguay (0:0) aufsteigende Form. Sechs Tage vor dem ersten EM-Gruppenduell mit Rumänien übernahm Ribéry die ihm zugedachte Führungsrolle. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern München bot bis zu seiner Auswechslung (76. Minute) eine starke Leistung und erzielte per Foulelfmeter (24.) den einzigen Treffer. Von einer rauschenden Generalprobe konnte jedoch keine Rede sein. «Es fehlt noch ein gutes Stück», urteilte die «L'Équipe».

Ohne eine Leistungssteigerung dürfte die knifflige Aufgabe in der wohl schwersten EM-Gruppe mit Spielen gegen Rumänien (9. Juni), Niederlande (13.) und Italien (17.) kaum zu lösen sein. Vor allem der fahrlässige Umgang mit Torchancen gab Domenech zu denken: «Es ist richtig, dass wir unsere Erfolgsquote vor dem Tor verbessern können. Ich hoffe, sie haben sich das für die EURO aufgehoben.»

Mehr Verlass ist derzeit auf die stabile Defensive. In zwölf EM- Qualifikationsspielen kassierte sie lediglich fünf, in den drei Testspielen gegen Ecuador, Paraguay und Kolumbien keinen Treffer. Diese Stärke erhöht nach Einschätzung von Abwehrspieler Sebastian Squillaci (Olympique Lyon) die Chance auf den dritten EM-Titel nach 1984 und 2000. «Es ist gut, dass wir nur wenige Gegentore bekommen. Und vorne haben wir Stürmer, die in jedem Moment zuschlagen können.» Zur Erleichterung von Domenech überstanden die zuletzt angeschlagenen Abwehrspieler Willy Sagnol (FC Bayern München) und William Gallas (FC Arsenal) den letzten Härtetest.

Wer im Angriff neben dem französischen Rekordtorschützen Henry für Gefahr sorgen soll, ist offen. Viel deutet darauf hin, dass Domenech dem hochgelobten 20 Jahre alten Karim Benzema (Olympique Lyon) den Vorzug vor Nicolas Anelka (FC Chelsea) gibt. Neuling Bafetimbi Gomis (AS St. Etienne) empfahl sich mit zwei Toren gegen Ecuador.

Die größten Sorgen bereitet das defensive Mittelfeld: In Patrick Vieira droht einer der zentralen Stabilisatoren des Teams auszufallen. Dessen Muskelverletzung im linken Oberschenkel veranlasste Domenech zu einer Nachnominierung von Mathieu Flamini. Aber noch hat der Coach die Hoffnung auf seinen Kapitän Vieira nicht aufgegeben.

dpa

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