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Herzlicher Empfang für Spaniens Kicker

Neustift - «Schuhplattler» tanzende Kinder, Schützen und Schüler bereiteten dem spanischen Fußball-Nationalteam trotz trüben Wetters einen heißen und herzlichen Empfang in Neustift.

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Im Dorfzentrum begrüßten Kindergarten-Knirpse mit einem spanischen Kinderlied, der Musikverein und Fahnenschwinger der nach einer kurzen Nacht sichtlich müden Auswahl um Trainer Luis Aragonés. Auf der Fahrt vom Flughafen Innsbruck in die 3000 Einwohner zählende Berggemeinde im Stubaital hatten schon Schüler in einigen Orten Spalier gestanden.

Spanien - USA

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Spaniens Fernando Torres (m) kämpft mit den US-Kickern Edu (l) und Cherundolo um den Ball.

Erst mit eineinhalb Stunden Verspätung traf die «selección» als letzte Mannschaft in ihrem idyllisch gelegenen Tiroler EM-Quartier ein. Mit Temperaturen unter 20 Grad bei grauem Himmel fanden die Iberer zumindest witterungsmäßig vergleichbare Bedingungen wie bei ihrem Abflug aus Kantabrien vor. In Santander hatten sie ihr letztes Testspiel durch ein Tor von Mittelfeldmann Xavi (79. Minute) gegen die USA 1:0 (0:0) gewonnen. Erst nach Mitternacht kamen Iker Casillas, Fernando Torres und Kollegen ins Bett und mussten dann relativ früh wieder raus.

Der österreichische Ex-Nationalspieler Kurt Jara, der als Aktiver und Coach auch lange in der Bundesliga tätig war und unter anderem für den FC Valencia spielte, empfing die Spanier. «Aragonés steht unter großem Druck. Nimmt er viele Spieler von Real, dann regen sich die Leute in Barcelona auf. Nimmt er die von «Barca», schimpfen sie in Madrid», verteidigte der während des Turniers als «EM-Botschafter für Spanien und das Stubaital» tätige Jara den als grantig geltenden Coach. Lokale und regionale Polit-Vertreter begrüßten die prominenten Gäste. Verdutzt reagierten die Spieler, als sie von der «Lebenshilfe im Heiligen Land Tirol» ein Kreuz als Talisman erhielten.

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Die «selección» wird täglich zwei Einheiten auf dem Sportplatz im Neustifter Ortsteil Kampl absolvieren. Dann beginnt die letzte Vorbereitungsphase auf die EURO. Am 10. Juni trifft der Titelanwärter in Innsbruck auf Russland. Schweden und Europameister Griechenland sind in der Gruppe D die weiteren Kontrahenten. 44 Jahre nach ihrem letzten EM-Triumph haben die Iberer offensichtlich ehrgeizige Ziele. «Wir sind die Besten, haben den besten Trainer und wollen bis zum Finale hierbleiben», kündigte Pedro Cortes, der Vertreter des spanischen Verbandes, auf Deutsch Großes an.

Dann müssen sich die «Roten» gewaltig steigern: Mit dem Sieg über die USA setzten sie zwar ihre Erfolgsserie fort, enttäuschten aber spielerisch. Regisseur Xavi vom FC Barcelona versöhnte mit seiner prächtigen Einzelleistung zum 1:0 halbwegs das Publikum. Zur Halbzeit hatten die Zuschauer ihr Team sogar ausgepfiffen. «Je näher die EM rückt, desto schlechter spielt Spanien», meinte die Zeitung «El Mundo». Besonders enttäuschten die in ihren Clubs so starken England-Legionäre Cesc Fàbregas (FC Arsenal) sowie Xabi Alonso und Torres (FC Liverpool). «Torres war im Sturm einsam wie auf einer Insel», kritisierte Aragonés. «Die erste Halbzeit hat mir gar nicht gefallen.»

dpa

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