Donnerstag, 5. Juni 2008 / 12:49 Uhr
Hamburg - Deutschland rüstet sich für ein neues Fußballfest. Wie beim WM-«Sommermärchen» vor zwei Jahren bieten zahlreiche deutsche Städte während der Europameisterschaft Public Viewing an.
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Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa haben 29 Städte vor Großleinwänden Platz für mindestens 5000 Zuschauer, davon zeigen 16 Veranstalter von alle Spiele. Die größte EM-Party wird wohl in Hamburg steigen. Auf dem Heiligengeistfeld können bis zu 40 000 Zuschauer alle 31 EM-Spiele live sehen. Die Fanmeile in Berlin soll dagegen erst vom Halbfinale an geöffnet sein. Auf der Straße des 17. Juni ist Platz für eine halbe Million Party-Gäste. Auf dem Stuttgarter Schlossplatz können sich bis zu 40 000 Menschen tummeln, Köln erwartet bis zu 32 000 Fans in und neben der Kölnarena zum kollektiven Fußball-Schauen. Angst vor Beschwerden wegen Lärms müssen die Organisatoren nicht haben. Dank einer Ausnahmegenehmigung der Bundesregierung darf in den drei EM- Wochen auch nach 22.00 Uhr draußen gefeiert werden.
«Die deutschen Fanmeilen bei der WM haben einen Maßstab gesetzt. Das hatte es so noch nie gegeben», sagte Richard Heaselgreave, Leiter Sponsoring und Event-Promotion bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA). In den acht offiziellen Fanzonen in den Gastgeberländern Österreich und Schweiz erwartet die UEFA in den drei EM-Wochen insgesamt 7 Millionen Besucher - 350 000 täglich, wenn das Wetter stimmt.
Das Fassungsvermögen der offiziellen EM-Fanzonen könnte allein Berlin übertreffen - doch die größte Fanmeile der Welt bleibt diesmal bis zum Halbfinale geschlossen. Erst dann sollen sich auf der Straße des 17. Juni 500 000 Menschen in Fußball-Laune tummeln können. In der Hauptstadt gab es heftigen Streit über das Mini-Programm zu EM, den der Tourismus-Chef Hanns Peter Nerger als «unglaublich» bezeichnete.
Der Fanforscher Gunter A. Pilz vermutet gar Kalkül der Stadtväter, die je nach Verlauf vielleicht gar nichts mehr investieren müssen. «Kein Mensch weiß, ob die deutsche Mannschaft überhaupt ins Halbfinale kommt», sagte Pilz, für den das EM-Fest mit dem Erfolg der deutschen Mannschaft steht und fällt: «Wenn die Deutschen in der Vorrunde rausfliegen, wird in den Public-Viewing-Areas tote Hose sein.»
Die deutsche Party-Zentrale der EM könnte Hamburg werden. Unter dem Motto «Heimspiel Hamburg» werden vom 7. bis zum 29. Juni auf dem Heiligengeistfeld die 31 Spiele auf einer 60 Quadratmeter großen Videowand gezeigt. Dazu gibt es kulinarische Spezialitäten aus den Alpenländern.
Alle Spiele, alle Tore sind zum Beispiel auch in Duisburg, Bielefeld, Frankfurt/Main, Hannover, Mönchengladbach, Nürnberg, Heilbronn und Rostock zu sehen. In der Fußballhochburg Dortmund sollen in den drei EM-Wochen bis zu 15 000 Fans den Friedensplatz bevölkern. Zusätzlich öffnet an diesem Sonntag zum Spiel Deutschland gegen Polen die Westfalenhalle mit einer Kapazität von 10 000 Zuschauern. Die Messe in Essen verlangt zu allen Spielen zwar 3,50 Euro Eintritt, dafür kommen die Fans nach Angaben der Veranstalter in den Genuss, Fußball auf der mit 110 Quadratmetern größten EM-Leinwand zu sehen.
Ein einmaliges Public-Viewing-Erlebnis gibt es am Sonntag in Homberg (Efze). In der Hessentagarena wird im Anschluss an das Konzert von Herbert Grönemeyer kostenlos das erste deutsche EM-Spiel gegen Polen gezeigt. Zu der Freiluftveranstaltung erwartet die Landesregierung 30 000 Besucher.
Aber selbst unter den deutschen Großstädten gibt es Fußball- Muffel. Stuttgart will wie Berlin erst zum Halbfinale einsteigen. Düsseldorf und München bieten aus Kostengründen gar nichts an. In München lässt sich die Olympiapark GmbH noch offen, ob sie in die Übertragungen einsteigt, wenn Deutschland das Halbfinale erreicht.
Einige Städte bieten den Fußball-Fans Public Viewing in reizvoller Umgebung. Wolfsburg lädt in den futuristischen Bau des Phaeno-Museums ein, das die Star-Architektin Zaha Hadid entworfen hat. Fußballbegeisterte im Süden können auch nach Bregenz fahren und in der «Fankurve Bodensee» mitjubeln. Das ZDF hat auf der Seebühne das «neunte EM-Stadion» mit einem Fassungsvermögen von 5000 Zuschauern hergerichtet. Dresden, das während der WM auf ein Angebot verzichtet hatte, zeigt alle EM-Spiele auf dem Filmnächte-Gelände am Elbufer, wo bis zu 10 000 Fans zugleich den einzigartigen Blick auf die Altstadt mit der Frauenkirche genießen können. «Fußball-Gucken vor einer solchen Kulisse - so etwas sucht seinesgleichen in Deutschland», schwärmte Fan-Fest-Sprecher Stefan Bast.
Touristische Reize bieten natürlich auch die Fanzonen in den Gastgeberländern. Ob an der Bergisel-Schanze in Innsbruck, auf dem Mozartplatz in Salzburg, dem Heldenplatz in Wien oder am Genfer See - wer dort feiert, hat nicht nur einen guten Blick auf das Fußballgeschehen. Die größte UEFA-Fanzone ist die in Wien mit einer Kapazität von 70 000 Zuschauern, die kleinste öffnet am Bergisel mit Platz für 15 000 Fans.
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Jürgen Wegmann: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
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