Freitag, 6. Juni 2008 / 13:44 Uhr
Bad Waltersdorf - Die erhitzten Gemüter sind abgekühlt, dafür steigt das Premieren-Fieber: Nach den üblen «Fouls» einiger Medien will Polens Nationalmannschaft der DFB-Auswahl ein faires Fußball-Duell liefern.
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Vor dem ersten Auftritt in der EM-Geschichte verspricht Nationalcoach Leo Beenhakker dem großen Favoriten aber einen heißen Tanz - nur das bittere EM-Aus von Jakub Blaszczykowski verdarb dem Niederländer etwas die Stimmung. «Wir sind sehr entspannt und gleichzeitig sehr scharf darauf, das Spiel zu beginnen», sagte Beenhakker zwei Tage vor dem Turnier-Auftakt gegen Deutschland.
Obwohl er das DFB-Team um Kapitän Michael Ballack als «eine der besten Mannschaften der Welt» adelte, rechnet sich Beenhakker durchaus Chancen aus. Als Beleg führte er die zwölfjährige EM-Misere der deutschen Auswahl an. «Sie haben seit 1996 nicht mehr bei einer EM gewonnen. Sie haben nicht die erste Runde in Holland überlebt, sie haben nicht die erste Runde in Portugal überlebt, das heißt, dass Fußball ein ganz offenes Spiel ist», sagte der 65- Jährige.
Vor dem sehnsüchtig erwarteten Debüt auf Europas Fußball- Bühne hatte die «Kadra» zuvor einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Hoffnungsträger Blaszczykowski von Borussia Dortmund musste wegen einer Oberschenkelverletzung auf die EM verzichten. «Es ist schade für ihn, es ist schade für uns», kommentierte Beenhakker die Hiobsbotschaft. Für den 22-Jährigen nominierte er dessen Bundesliga-Kollegen Lukasz Piszczek von Hertha BSC nach, der nicht mit einem Einsatz am Sonntag rechnet. «Ich wäre froh, wenn ich nur zwei, drei Minuten spielen würde», sagte der Angreifer, den Beenhakkers Anruf völlig unerwartet im Urlaub auf Rhodos ereilte.
Beenhakker dementierte Berichte, wonach der bereits aus dem EM-Quartier in Bad Waltersdorf abgereiste Blaszczykowski mit seinem Aus nicht einverstanden sei. «Das ist eine Lüge», sagte der Trainer-Routinier. Blaszczykowski, der wohl unter «etwas Chronischem» leide, habe selbst erkannt, dass er nicht rechtzeitig fit werde. Von einer «Katastrophe vor dem Start», schrieb das Boulevardblatt «Super Express», das im Gegensatz zu den Vortagen in ihrer Freitag-Ausgabe auf antideutsche Akzente verzichtet. Beenhakker verurteilte die Kampagne dieser «kranken Leute» erneut scharf: «Ich schäme mich.»
Die Euphorie in Polen ist dessen ungeachtet grenzenlos. Das ganze Land kann die kontinentale Premiere kaum erwarten - und da kommt es gerade recht, dass gleich zu Beginn die WM-Revanche gegen den großen Nachbarn ansteht. Denn noch immer ist die «Last-Minute»-Niederlage von Dortmund, die Polens WM-Aus besiegelte, nicht vergessen. «Wir saßen in der Kabine und haben uns geschworen: Diese Deutschen kriegen wir», erinnert sich Keeper Artur Boruc, der beim 0:1 erst in der Nachspielzeit von Oliver Neuville überwunden wurde.
Auch die düstere Bilanz gegen die DFB-Auswahl von 4 Remis und 11 Niederlagen in 15 Länderspielen beeindruckt die Osteuropäer nicht. «Wir schauen nicht zurück, sondern nur in die Zukunft. Es ist egal, was vor 2, 4 oder 20 Jahren war», betonte der Wolfsburger Jacek Krzynowek. Im «Team ohne Stars» zählt der 32-Jährige gemeinsam mit Torjäger Ebi Smolarek, Boruc, Defensiv-Stratege Mariusz Lewandowski und Kapitän Maciej Zurawski zu den Korsettstangen in der Beenhakker- Elf. Anders als bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006, als es gegen die Außenseiter Südkorea und Ecuador jeweils Auftaktniederlagen setzte, hoffen die Rot-Weißen auf einen guten Turnier-Start: «Wir wollen den ersten Sieg gegen Deutschland», erklärte Lewandowski.
Auch wenn die DFB-Auswahl für Beenhakker «immer Favorit» ist, hat der humorvolle Niederländer vor der Premiere einen kühnen Gedanken im Hinterkopf: «2004 sprach niemand von Griechenland. Sie begannen über die Griechen zu sprechen, nachdem sie das Turnier gewonnen hatten.»
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Jürgen Wegmann: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
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