Freitag, 6. Juni 2008 / 15:24 Uhr
Wien - Es soll ein tolles EM-Fest werden: Überall bunte Fähnchen, fröhliche Gesichter und ausgelassene Party-Stimmung, wie sie zur WM in Deutschland für Schlagzeilen sorgte.
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Doch wenige Stunden vor der offiziellen Eröffnung der großen Wiener Fanmeile hingen dunkle Wolken über dem Wiener Burgring. Die Fanzone auf dem Heldenplatz gleicht noch einer Baustelle, überall wird hektisch gehämmert. «Durch den langen Regen sind wir hinter dem Zeitplan», sagt ein junger Architekt, «aber wir müssen es schaffen, auch wenn wir die Nacht durcharbeiten müssen.»
Die Walzerstadt Wien ist unmittelbar vor dem ersten Anpfiff zur Fußball-EM noch nicht in Tanzlaune. Nirgendwo entlang der berühmten Ringstraße sind etwa Fähnchen der teilnehmenden Nationen zu sehen. Das Café in der Hofburg ist um die Mittagszeit fast leer. Die Fanmeile selbst ist durch braune Absperrungen verdeckt, die von Dutzenden hellblauer Chemietoiletten gesäumt werden. Sie tragen die hoffnungsvolle und doppelsinnige Aufschrift «Toi,Toi».
Selbst die Touristen haben sich rargemacht. «Es ist wie verhext», meint eine junge Frau, die vor der Staatsoper Tickets für die gelben Stadtrundfahrt-Busse verkauft, «es kommen einfach keine Kunden!» Wenig erfreulich sieht es auch für die Kartenverkäufer für die abendlichen Mozart-Konzerte aus, die vor dem Eingang Burggarten stehen, einem der schönsten Wiener Parks. «Im Juni gehen die Geschäfte immer schlecht, und Fußballfans gehen halt nicht unbedingt ins klassische Konzert», sagt Zweta Pawlowa aus Bulgarien. «Aber warten wir's ab.» Die wenigen Leute, die als Touristen erkennbar sind, sind in Eile, um der nächsten Regenwolke zu entkommen. Echte Fußball-Touristen sind im 1. Wiener Innenstadtbezirk noch nicht auszumachen.
Glaubt man der Wiener Presse, dann ist die Stimmung vor dem großen Fußballfest eher mies. Auch die «Standler» klagen. Die Pächter jener 86 Getränke- und Ess-Buden, die innerhalb der großen Fanzone für das leibliche Wohl der bis zu 70 000 erhofften Fans sorgen sollen, mussten für eine Lizenz bis zu 40 000 Euro zahlen. 25 «halbe» Bier à 4,50 Euro müssen sie pro Stunde ausschenken, um am Ende keinen Verlust zu machen. Doch das kann nur funktionieren, wenn das Wetter mitspielt. Doch die Prognosen der Meteorologen - zumindest für die ersten Tage der EM sind für Wien wenig optimistisch. Und überhaupt, die Preise: Die österreichische Nachrichtenagentur APA hat ausgerechnet, dass man in Wien fast überall günstiger essen oder trinken kann als auf der Fanmeile, wo eine frische Bierbreze (Brezel) 2,50 Euro kostet.
Doch immerhin gibt es für die Kaufleute einen Hoffnungsschimmer: Nach einer am Freitag veröffentlichten Meinungsumfrage dürfte bei den meisten Österreichern (73,5 Prozent) die Brieftasche während der EURO 2008 deutlich lockerer sitzen. Sie wollen nach eigenen Angaben in den kommenden drei Wochen nicht so sehr aufs Sparen achten wie sonst.
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Harald Schmidt: Auch in Saudi-Arabien wird Fußball gespielt. Die Königsdisziplin dort heißt Köpfen.
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