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Kyrgiakos: «Nicht die Welt verloren»

Seekirchen - Lange Haare, Vollbart, finster entschlossener Blick - doch die harte Kritik am Fehlstart von Fußball-Europameister Griechenland ist auch an Bundesliga-Abwehrrecke Sotirios Kyrgiakos nicht spurlos vorüber gegangen.

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«Wir haben nur ein Spiel verloren, nicht die Welt», sagte der bisherige Frankfurter vor dem öffentlichen Training in Seekirchen mit fester Stimme. Teamkollege Vassilios Torosidis zeigte sich regelrecht verletzt von der Schelte nach dem 0:2 gegen Schweden. «Jeder Spieler ist traurig über die Dinge, die in den vergangenen Tagen geschrieben wurden. Es ist nicht verboten, uns zu kritisieren, aber wir sind Menschen. Wir müssen jetzt alle zusammenstehen - Spieler, Presse und Fans», forderte der Linksverteidiger vor dem womöglich entscheidenden Vorrundenspiel am Samstag (20.45 Uhr) gegen Russland. Immerhin: Die Fans sorgten mit Pauken und Trompeten für gute Trainingsstimmung.

Nachdenklich

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Griechenlands Coach Otto Rehhagel muss seine Taktik umstellen.

Verbandspräsident Vassilis Gagatsis machte dem vor allem in seiner alten Heimat heftig kritisierten Trainer Otto Rehhagel und den Spielern Mut. «Noch ist es nicht zu Ende. Wir können das Viertelfinale noch schaffen. Ich bin mir ganz sicher», sagte Verbandschef am Donnerstag im griechischen Rundfunk. Rehhagel sei über die deutschen Reaktionen nach dem EM-Fehlstart verbittert, berichtete die griechische Zeitung «Ta Nea». Eine Fotomontage in der Kölner Boulevardzeitung «Express» zeigte den «göttlichen» Trainer am Donnerstag als bröckelndes Denkmal mit Rissen.

Kyrgiakos sagte nichts zu Berichten, wonach die Spieler ihren Trainer zu einer offensiveren Taktik aufgefordert hätten. Teamsprecher Michael Tsapidis hatte zuvor dementiert, dass sich der Spielerrat mit Rehhagel getroffen habe. Der Coach wird sich erst am Freitag wieder äußern, aber kaum verraten, ob er nach der missglückten Variante mit fünf Verteidigern wieder auf das zuletzt meist gespielte 4-3-3-System umstellt. «Das müssen der Trainer und sein Stab entscheiden», meinte Kyrgiakos nur.

Etwas Anderes bleibt Rehhagel eigentlich nicht übrig, zumal Russland zuletzt nur mit Roman Pawljutschenko als Spitze spielte. Doch ausgerechnet der Schütze des einzigen Treffers beim 1:4 gegen Spanien erlitt im Training am Donnerstag eine Muskelverletzung und droht ebenfalls auszufallen. Torjäger Pawel Prograbnjak wurde bereits am Meniskus operiert, Stürmerstar Andrej Arschawin ist noch gesperrt.

Die Griechen müssen offensiver agieren, auch wenn Rehhagel meinte: «Natürlich möchten wir auch immer Tore erzielen, aber wir haben nicht so ein Offensiv-Potenzial, wie es Deutschland hat.» Doch zumindest der Versuch tut not. Möglich wäre der in der Vorbereitung erprobte Bundesliga-Sturm mit dem Nürnberger Angelos Charisteas, dem gegen Schweden zur Pause ausgewechselten Leverkusener Theofanis Gekas und Ioannis Amanatidis. Der Frankfurter Kapitän war gegen Schweden für einen zusätzlichen Abwehrspieler geopfert worden und kam nur in den letzten 20 Minuten zum Einsatz - ohne Erfolg.

Amanatidis hatte vorsichtig im Ton, aber offen Kritik an der Spielweise geübt. Auch Charisteas ist klar, dass am Samstag schon ein Endspiel ansteht. «Wir müssen versuchen, anders zu spielen und unser Bestes zu geben», meinte er. Allerdings: Der letzte Sieg gegen Russland liegt fast 15 Jahre zurück, 2004 gab es auf dem Weg zum Titel die einzige Niederlage mit 1:2 gegen die Russen. Deren Kapitän Sergej Semak kündigte an: «Wir müssen die Griechen heimschicken. Das erwarten auch unsere Fans, denn sie wollen genauso wie wir nicht noch einmal eine Enttäuschung wie gegen Spanien erleben.»

dpa

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