FussballEURO 2008 → Meldung

Hiddinks Job in Russland nicht gesichert

Salzburg - Die Hände sind geschüttelt, die Sympathien frisch bekundet, doch die Zukunft von Guus Hiddink als russischer Fußball-Nationaltrainer scheint bei einem schnellen EM-Aus ungewiss.

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Der neue Vertrag bis 2010 ist nach wie vor nicht unterzeichnet, auch wenn der russische Verbandspräsident und Sportminister Witali Mutko dies im Trainingsquartier in Leogang nicht als Problem sah. «Wir haben diesen Wunsch, er hat diesen Wunsch», sagte Mutko zu einer Verlängerung des Kontraktes, die per Handschlag seit Ende März vereinbart ist.

Offene Zukunft

Foto: dpa Bild vergrößern

Guus Hiddink möchte die Russen zur WM 2010 führen.

Das Problem: Mutko ist nicht der einzige Ansprechpartner von Hiddink, der seit 2006 den Umbau und die Verjüngung der «Sbornaja» konsequent vorangetrieben hat und diesen Weg bis zur WM 2010 gern fortsetzen würde. Der niederländische Erfolgstrainer wird von der nationalen Fußball-Akademie bezahlt, deren Finanzier Roman Abramowitsch ist. Die Akademie wolle erst die Ergebnisse der Europameisterschaft abwarten, heißt es. Fraglich ist, ob dort die nötige Geduld mit Hiddink und der im Durchschnitt jüngsten Mannschaft der EM-Endrunde aufgebracht wird, deren Unerfahrenheit sich bei der 1:4-Auftaktpleite gegen Spanien deutlich zeigte. Damit stehen die Russen bereits an diesem Samstag (20.45 Uhr) gegen Titelverteidiger Griechenland unter großem Druck.

Mutko hat trotz der Ausfälle in der Offensive und Schwächen in der Abwehr das Viertelfinale zum Minimalziel erklärt und fabulierte vor Turnierstart sogar vom Endspiel. Der Verbandschef scheint auch im Fall des Scheiterns auf der Seite von Hiddink zu stehen. «Wir sind sehr zufrieden mit ihm. Wir haben seit 20 Jahren den Wunsch gehabt, einen Trainer mit so viel Erfahrung zu verpflichten und es mit eigenen Trainern versucht. Er ist der Beste», schwärmte Mutko über Hiddink, der 1998 die Niederlande und 2002 Südkorea ins WM-Halbfinale führte und 2006 in Deutschland mit Australien im Achtelfinale knapp an Weltmeister Italien scheiterte.

Eine Variante, so sie es denn für den 61-Jährigen überhaupt gab, hat sich mittlerweile erledigt. Champions-League-Finalist Chelsea London mit Hauptsponsor Abramowitsch hat nach der Trennung von Avram Grant seinen neuen Trainer gefunden und den bisherigen portugiesischen Auswahlchef Luiz Felipe Scolari verpflichtet. Hiddink hatte allerdings dementiert, überhaupt kontaktiert worden zu sein. Und selbst wenn er zur WM-Qualifikation für 2010 nicht mehr Russlands Trainer ist: Bange braucht Hiddink um seine Zukunft nicht zu sein.

dpa

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