Montag, 16. Juni 2008 / 15:15 Uhr
Frankfurt/Main - Den Meisterschaftstriumph feierten die Fußballfrauen des 1. FFC Frankfurt bis in die Nacht, doch schon am Morgen nach dem siebten Titelgewinn richtete sich der Blick nach vorn.
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Getreu dem Motto «Nach dem Spiel ist vor dem Spiel» bastelt der deutsche Meister, DFB-Pokal-Sieger und UEFA-Cup-Gewinner akribisch an der Zukunft, damit des zweite Triple nach 2002 nicht das letzte bleibt. «Der Weg zu noch größerer Professionalität ist unumkehrbar. Unser Titelhunger ist nach dem besten Jahr der Vereinsgeschichte längst nicht gestillt», sagte Manager Siegfried Dietrich.
Die überragenden Erfolge sind eine schwere Hypothek für den Verein und den künftigen Übungsleiter, der die Nachfolge von Hans-Jürgen Tritschoks antritt. Tritschoks räumt nach vier Jahren mit drei Meistertiteln und je zwei Siegen im DFB-Pokal und UEFA-Cup seinen Platz. Der Nachfolger steht schon fest. «Es ist wieder ein Mann, ein Deutscher. Es gibt nur noch Kleinigkeiten zu klären», sagte Dietrich, der den Neuen noch in dieser Woche präsentieren will.
Eine Zäsur gibt es auch im Kader. Doppel-Weltmeisterin Renate Lingor, die nach ihrer fast ausgeheilten Schulterverletzung noch um die Olympia-Teilnahme kämpft, «Goldköpfchen» Nia Künzer und die Dänin Louise Hansen beenden ihre Karrieren. Im Winter war schon Steffi Jones, die OK-Chefin für die Frauen-WM 2011, ausgestiegen. Auch wenn alle weiteren Stammkräfte um Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz an Bord bleiben, muss der Qualitätsverlust ausgeglichen werden.
Am Montag vermeldeten die Hessinnen die Vertragsverlängerung von Nationalspielerin Kerstin Garefrekes. Die 28-jährige Allrounderin, die in diesem Jahr trotz einer Verletzungspause 13 Tore erzielte, unterschrieb für eine weitere Saison. «Sie ist nicht nur eine sehr erfolgreiche Offensivakteurin, sondern zeichnet sich zudem immer wieder als wertvolle Führungsspielerin aus», sagte Dietrich.
Der Manager weiß nur zu gut: «Bei den hohen Belastungen in drei Wettbewerben brauchen wir in der Spitze mehr Breite.» Zumal Torfrau Silke Rottenberg wegen einer anstehenden Operation (Sehnenriss im großen Zeh) für rund fünf Monate ausfallen wird. Offen ist auch die Zukunft von Pia Wunderlich, die einen Kreuzbandriss auskuriert. Sorgen macht zudem Petra Wimbersky nach einer im Training erlittenen Knieverletzung. Bei ihr wird ein Knorpelschaden vermutet. Trifft dies zu, würde die Stürmerin monatelang ausfallen und die Olympischen Spiele verpassen.
«Im Angriff sind wird gut besetzt, Ergänzungsbedarf besteht im Mittelfeld und in der Abwehr. Frauen sind zu Vereinswechseln nicht so leicht zu bewegen», meinte Dietrich, der sich notfalls auch im Ausland umschauen will. Im Fokus für die Abwehr steht Annike Krahn vom Vizemeister FCR Duisburg. «Sie ist die Wunschkandidatin», so der FFC-Macher, der angesichts des Rottenberg-Ausfalls zudem eine weitere Torfrau verpflichten will. Geld spielt dabei nicht die große Rolle, denn Deutschlands bestgeführter Frauenfußballclub überspringt mit seinem Etat in der kommenden Saison erstmals die Millionen-Grenze.
dpa
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